Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagStrategieschwenk bei E-Autos kostet Unternehmen Milliarden

13.04.2026, 15:18 Uhr
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(Foto: picture alliance / SULUPRESS.DE)

Korrekturen ihrer Elektrostrategien belasten Autohersteller massiv. Wie aus einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY hervorgeht, summieren sich die Abschreibungen auf Batteriefabriken, Entwicklungsprojekte und Modellreihen bei Herstellern in Europa und den USA für das vergangene und das laufende Geschäftsjahr inzwischen auf fast 60 Milliarden Euro.

"Die Autoindustrie steckt in einer tiefen, für einige Unternehmen sogar potenziell existenzbedrohenden Krise", so Constantin Gall, der den Bereich Mobility bei EY leitet. "Viele Konzerne hatten ihre Investitionen auf wachsende Absatzmärkte und einen dynamischen Hochlauf der Elektromobilität ausgerichtet." Die Nachfrage nach E-Autos vor allem in den USA und Europa habe sich aber deutlich schwächer entwickelt als erwartet.

"Jetzt folgt der Strategieschwenk: Milliarden-Abschreibungen etwa auf Batterie Joint Ventures, stillgelegte oder verschobene Fabrikprojekte und eingestellte Modelle, stattdessen neue Investitionen in Verbrenner", so Gall. "Die aktuellen Milliarden Abschreibungen markieren weniger einen Kurswechsel weg von der Elektromobilität als eine Korrektur völlig überzogener Annahmen." Die Belastungen seien Ausdruck einer realistischen Neugewichtung von Tempo und Umfang der Elektrifizierungspläne - nicht eines grundsätzlichen Abschieds von der Elektromobilität.

So meldete Porsche etwa wegen der strategischen Neuausrichtung 2025 eine Belastung von 3,1 Milliarden Euro. Ford geht von einer Belastung von 19,5 Milliarden US-Dollar aus, General Motors von 7,6 Milliarden Dollar. Bei Stellantis wird der Abschreibungsbedarf auf 22 Milliarden Euro beziffert.

Quelle: ntv.de