Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagTrump, Harris, Powell - und die Angst vor den Folgen

05.11.2024, 06:00 Uhr

Der DAX wagt derzeit keine großen Sprünge. Zum Wochenstart gab es ein leichtes Minus, sodass der deutsche Leitindex nun um die 19.150er-Marke notiert. Aber nicht nur hierzulande halten sich die Anleger zurück, auch in Asien und an der Wall Street bewegen sich die Notierungen kaum. Der Grund dafür liegt in den USA, denn dort wird heute ein neuer US-Präsident gewählt. Ausgang: offen. Und damit nicht genug: Im weiteren Wochenverlauf treffen sich die Währungshüter der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) noch zu ihrer geldpolitischen Sitzung, Zinssenkung wohl inklusive.

Da die US-Präsidentschaftswahl erst in der Nacht so richtig spannend wird, blicken die Anleger zunächst auf ein paar Zahlen aus dem Nebenwertesektor – von Uniper und Fraport. Nach einem Wachstum der Passagierzahl am Flughafen Frankfurt um knapp fünf Prozent bis September dürfte der Airport-Betreiber auf Kurs zu seinen Jahreszielen sein. Ein wichtiges Thema für Fraport wie für seine Airline-Kunden ist die geplante Erhöhung des Flughafenentgelts im kommenden Jahr. Beantragt hat Fraport beim zuständigen hessischen Verkehrsministerium ein Plus zwischen 5 und 9,5 Prozent. Bei den Airlines, die über hohe Standortkosten an deutschen Flughäfen klagen, dürfte die Zahlungsbereitschaft gering sein.

Der verstaatlichte Energiekonzern Uniper legt seine Zahlen für die ersten neun Monate vor. Im Blick dürften dabei neben der Bilanz und dem Ausblick auf das Gesamtjahr auch Aussagen zu den Schadenersatzforderungen im Rechtsstreit mit dem russischen Gazprom-Konzern sein. Gespannt verfolgen Investoren auch Anmerkungen zu einer möglichen Rückkehr an die Börse. Der Bund muss nach den Auflagen der EU-Kommission bis Ende 2028 seinen Anteil auf mindestens 25 Prozent plus eine Aktie reduzieren.

Nach dem Börsenschluss hierzulande spricht EZB-Direktorin Isabel Schnabel um 19.30 Uhr MEZ an der amerikanischen Eliteuniversität Harvard. Dort könnte sie sich erneut zu der Debatte über einen sogenannten Dot Plot äußern, die sie im April angestoßen hatte. Schnabel trug die Idee vor, dass die EZB nach dem Vorbild der US-Notenbank Fed regelmäßig Zinsprognosen ihrer Führungsmitglieder in einem anonymisierten Punktdiagramm veröffentlichen könnte. Bundesbankchef Joachim Nagel hatte vor Kurzem in Harvard die Ansicht vertreten, dass die EZB darauf verzichten könne. Die komplette Terminübersicht für diese Woche finden Sie hier.

Quelle: ntv.de