Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagTrump-Wahlsieg könnte China-Wirtschaft belasten

01.11.2024, 08:45 Uhr
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Mit einer uneinheitlichen Tendenz zeigen sich die asiatischen und australischen Börsen zum Wochenausklang. Erneut herrscht Zurückhaltung vor der US-Präsidentschaftswahl in der kommenden Woche, denn hier zeichnet sich weiterhin ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Dazu kommen schwache Vorlagen von der Wall Street, wo vor allem negative Nachrichten aus dem Technologie-Sektor die Stimmung belastet hatten. Die Blicke sind zudem auf den US-Arbeitsmarktbericht für Oktober gerichtet, der am Nachmittag auf der Agenda steht und Auswirkungen auf den Zinskurs der US-Notenbank haben könnte. Diese wird in der kommenden Woche ihre Zinsentscheidung bekannt geben. Die jüngsten Veröffentlichungen der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und die ADP-Daten für den Stellenaufbau im Privatsektor deuten weiterhin auf einen robusten US-Arbeitsmarkt hin.

Besonders deutlich fällt das Minus in Tokio aus, wo es für den Nikkei um 2,2 Prozent nach unten geht. Hier wirken auch die falkenhaften Aussagen der japanischen Notenbank (BOJ) vom Vortag weiter nach. Die BOJ hatte die Zinsen unverändert gelassen und erwartet, dass die Inflation in den kommenden Jahren nahe dem Notenbankziel von 2 Prozent bleiben wird. Auf die politischen Unwägbarkeiten mit der unsicheren Regierungsbildung nach der Wahl in Japan ging sie dagegen kaum ein. Darauf hatten einige Marktteilnehmer gesetzt und auf eine taubenhafte Tonlage gehofft.

In China steigt dagegen der Shanghai-Composite um 0,6 Prozent. Noch deutlicher fällt das Plus beim Hang-Seng-Index aus, der um 1,6 Prozent vorrückt. Hier stützen erneut gute Konjunkturdaten. So kletterte auch der Caixin-Einkaufsmanager-Index für das Verarbeitende Gewerbe im Oktober über die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Dies hatte auch der offizielle Einkaufsmanagerindex am Vortag gezeigt. Daneben wird auf die Sitzung des Ständigen Ausschusses des Nationalen Volkskongresses (NPC) in der kommenden Woche geschaut, von dem sich Investoren weitere Stimulierungsmaßnahmen für die chinesische Wirtschaft erhoffen. Diese wird nach den jüngsten Konjunkturmaßnahmen im Jahr 2025 wahrscheinlich stärker von der Binnenwirtschaft getragen werden, erwartet Goldman Sachs (GS). "Wenn chinesische Waren im nächsten Jahr mit höheren US-Zöllen konfrontiert werden, würde dies die Verlagerung auf die Binnennachfrage noch verstärken", so die Analysten. GS schätzt, dass im Falle eines Wahlsiegs von Donald Trump zusätzliche Zölle von 20 Prozent auf chinesische Waren erhoben werden, was das reale BIP Chinas um 0,7 Prozentpunkte belasten würde.

Quelle: ntv.de