Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagTrump dominiert die Börsen

19.06.2025, 06:30 Uhr
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(Foto: REUTERS)

Zwei Dinge bestimmen die Märkte derzeit: der Krieg im Nahen Osten und der geldpolitische Kurs der US- Notenbank Fed.

Im Krieg zwischen Israel und dem Iran ist unklar, ob die USA Israel aktiv unterstützen werden. US-Präsident Donald Trump hat sich öffentlich bisher nicht festgelegt.

Derweil hält die Fed den Leitzins trotz der anhaltenden Kritik aus dem Weißen Haus hoch. Die unabhängigen Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell beließen ihn am Mittwoch in der Spanne von 4,25 bis 4,50 Prozent. In diesem Bereich liegt er bereits seit Dezember - sehr zum Ärger von US-Präsident Donald Trump. Dieser überzog den Zentralbankchef kurz vor dem Zinsentscheid erneut mit Kritik und forderte eine Zinssenkung. Er sinnierte sogar, ob er sich nicht selbst zum Chef der US-Notenbank ernennen sollte. Unlängst deutete Trump überdies nicht näher beschriebene Zwangsmaßnahmen an.

Und heute? Beim vierteljährlichen Zinsentscheid könnte die Schweizer Notenbank SNB den Leitzins zum sechsten Mal in Folge kappen. Ausgehend von den weltweit niedrigsten Zinsen aller größeren Notenbanken rechnen Ökonomen überwiegend mit einer Senkung um 0,25 Prozentpunkte auf null Prozent. Auf besonderes Interesse dürften der Ausblick und mögliche Hinweise auf bevorstehende Negativzinsen stoßen.

Die Notenbank in London hält bei ihrer anstehenden Zinsentscheidung voraussichtlich die Füße still. Experten erwarten, dass die Währungshüter um Zentralbankchef Andrew Bailey den Leitzins bei 4,25 Prozent belassen werden, auch wenn die Entscheidung intern umstritten sein dürfte. Die Inflation hat im Mai trotz des stärksten Anstiegs der Lebensmittelpreise seit mehr als einem Jahr etwas nachgelassen. Mit 3,4 Prozent liegt die Teuerungsrate im Vereinigten Königreich jedoch noch weit über dem von der Bank of England angepeilten Wert von zwei Prozent.

Die Finanzminister der Euro-Länder treffen sich in Luxemburg. Dabei wird es unter anderem um den geplanten Euro-Beitritt Bulgariens Anfang 2026 gehen. Deutschland unterstützt das Vorhaben. Finanzminister Lars Klingbeil will sich am Nachmittag vor der Presse äußern.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche reist am Abend nach Washington. Sie will dort Gespräche mit der US-Regierung und deutschen Unternehmen führen. Im Mittelpunkt dürften die hohen Sonderzölle von US-Präsident Trump gegen die EU und andere Handelspartner stehen. Reiche will sich eng mit der EU-Kommission abstimmen, die für die Verhandlungen im Handelsstreit zuständig ist.

Im Streit um eine mehr als vier Milliarden Euro schwere EU-Kartellstrafe gegen Google legt die Generalanwältin Juliane Kokott ihre Empfehlung für das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vor. Der US-Konzern hatte Einspruch gegen ein Urteil eingelegt, in dem eine untere Instanz die Buße weitgehend bestätigt hatte. Die dortigen Richter sahen es als erwiesen an, dass die Alphabet-Tochter ihre Marktmacht ausnutzte, um Smartphone-Herstellern und Mobilfunkfirmen unzulässige Auflagen für die Verwendung des Betriebssystems Android zu machen.

Quelle: ntv.de