Der Börsen-TagTrump macht Dax zu schaffen - Start in die US-Berichtssaison
Drohende zusätzliche US-Strafzölle verderben Aktienanlegern die Laune. US-Präsident Donald Trump weitet mit Sonderzöllen von 30 Prozent auf Importe aus der EU und Mexiko seinen Handelskrieg gegen zwei wichtige Partner aus. Die neuen Abgaben sollen vom 1. August an gelten, teilte der 79-Jährige am Wochenende mit. Sowohl die EU-Kommission als auch Mexiko erklärten, sie wollten mit den USA weiter an einer Einigung arbeiten. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen teilte mit, dass Brüssel die Gegenzölle gegen die USA auf Anfang August verschieben werde. Der Dax verlor am Freitag 0,8 Prozent auf 24.255 Punkte, nachdem er am Donnerstag ein Rekordhoch von 24.369,10 Zählern erreicht hatte. An der Wall Street gab der US-Standardwerteindex Dow Jones ein knappes Prozent nach.
Die Hoffnung auf einen erfreulichen Start der US-Bilanzsaison könnte den Dax laut Börsianern in der neuen Handelswoche über Wasser halten. "Insgesamt dürften die US-Unternehmen den vielen Unsicherheiten erstaunlich erfolgreich die Stirn biete", prognostizieren die Analysten von Marcard, Stein & Co in ihrem Marktfokus. Auch Jochen Stanzl von CMC Markets geht davon aus, dass die Konzerne allen Unkenrufen zum Trotz erneut starke Bilanzen vorlegen und den Anlegern zeigen, "dass sie das unsichere Zollumfeld umschiffen können". Eingeläutet wird die Berichtssaison am Dienstag traditionell von den US-Großbanken Citigroup und JP Morgan. Einen Tag später öffnen Bank of America und Goldman Sachs die Bücher.
Auf der Konjunkturseite richten Börsianer ihre Aufmerksamkeit auf die US-Konjunkturdaten, von denen sie sich nach den überraschend starken Beschäftigtendaten der vergangenen Woche zusätzliche Rückschlüsse auf die künftige Geldpolitik der US-Notenbank erhoffen. Aktuell rechnen Analysten mit zwei weiteren Zinssenkungen der Fed. Highlight sind die US-Einzelhandelsumsätze am Donnerstag, da der private Konsum als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft gilt.
Am Dienstag stehen erst einmal die US-Inflationsdaten auf dem Programm. Diese sind im Monatsvergleich voraussichtlich auf 0,3 Prozent gestiegen. Am selben Tag gibt der ZEW-Index Auskunft über die Stimmung der deutschen Börsenprofis im Juli.
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