Der Börsen-TagTrump schickt Tokioter Börse auf Talfahrt
Die asiatischen Aktienmärkte folgen dem Abwärtstrend der Wall Street. Die Sorgen um die US-Wirtschaft kehren mit voller Wucht zurück und veranlassen die Anleger dazu, eine fast sichere Zinssenkung für September einzupreisen. Die düsteren Daten des US-Arbeitsmarktberichts für Juli drücken die Stimmung. "Insgesamt bestätigen die Wirtschaftsdaten unsere Einschätzung, dass die US-Wirtschaft unter ihrem Potenzial wächst", so die Analysten von Goldman Sachs. Auch die Entscheidung Trumps, die Leiterin der Statistikbehörde für Arbeitsmarktdaten zu entlassen, verunsichert die Experten. Sie drohe die Glaubwürdigkeit von wichtigen Wirtschaftsdaten zu untergraben.
Zudem will Trump in den nächsten Tagen einen Kandidaten für die Besetzung der offenen Stelle bei der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) bekannt geben. Erst am Freitag hatte die Fed mitgeteilt, dass Gouverneurin Adriana Kugler vorzeitig von ihrem Amt zurücktritt. Die US-Notenbankerin verschafft Trump so die Möglichkeit, seinen Einfluss auf die Fed auszubauen. Er kann die Stelle neu besetzen und einen Nachfolger für Kugler für die verbleibende Amtszeit ernennen. Es wird darüber spekuliert, dass er den Posten mit einem potenziellen zukünftigen Fed-Chef besetzen könnte, um die Weichen für die Zeit nach Jerome Powell zu stellen. Trump hat die Notenbank und deren Chef wiederholt wegen der aus seiner Sicht zu hohen Zinsen scharf angegriffen. "Dies eröffnet die Aussicht auf eine breitere Unterstützung im Fed-Vorstand für eine frühere Senkung der Zinsen", sagt Ray Attrill, Leiter der Devisenforschung bei NAB.
In Tokio gibt der Nikkei-Index 1,6 Prozent auf 40.134,97 Punkte nach und der breiter gefasste Topix notiert 1,4 Prozent niedriger bei 2907,52 Zählern. Der Shanghai Composite gewinnt 0,2 Prozent auf 3.566,62 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stagniert bei 4053,53 Punkten.