Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagTrumps Zollpolitik wirbelt die Märkte durch

03.03.2025, 05:59 Uhr

Die wieder zunehmende Angst vor einem internationalen Handelskonflikt macht Experten zufolge eine baldige Wiederaufnahme der Aktienrally unwahrscheinlich. "Der Markt, der zuletzt weniger sensibel auf Zoll-Schlagzeilen reagiert hatte, muss seine Haltung überdenken", sagt Chris Weston, Chef-Analyst des Brokerhauses Pepperstone. In der alten Woche legte der deutsche Leitindex Dax unter dem Strich zwar ein knappes Prozent zu, hauptsächlich aber wegen zwischenzeitlicher Hoffnungen auf eine rasche Reform der Schuldenbremse in Deutschland. Der Dax schloss am Freitag mit einem Stand von 22.551 Punkten.

US-Präsident Donald Trump droht mit Zöllen von 25 Prozent auf Waren aus der Europäischen Union (EU). Ähnliche Abgaben sollen ab der neuen Woche auch auf Importe aus Mexiko und Kanada fällig werden. "Dies schürt nicht nur die Angst vor einem weltweiten Handelskrieg mit Gefahren für Lieferketten, Konsum und Wachstum, sondern dürfte auch die Preise in die Höhe treiben, was weitere Zinssenkungen gänzlich ausschließen und sogar Zinserhöhungen wieder auf die Agenda bringen könnte", warnt Anlagestratege Jürgen Molnar vom Brokerhaus RoboMarkets.

Aus diesem Grund werden Börsianer die anstehende Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) und die anschließende Pressekonferenz wohl noch aufmerksamer verfolgen als üblich. An einer erneuten Zinssenkung um einen Viertel Prozentpunkt am Donnerstag herrscht zwar bislang kein Zweifel, da die Inflation in der Euro-Zone im Februar voraussichtlich auf 2,3 von 2,5 Prozent gesunken ist. Die Anleger werden aber jedes Wort der EZB-Chefin Christine Lagarde auf die Goldwaage legen, um Hinweise auf die weitere Geldpolitik zu erhalten. EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel hatte bereits vor Trumps jüngsten Zolldrohungen eine Diskussion über eine Pause oder einen Stopp der Zinssenkungen angeregt.

Unternehmensseitig geht die europäische Bilanzsaison in ihre nächste Runde. Aus dem Dax legen ein halbes Dutzend Firmen im Wochenverlauf Geschäftszahlen vor, darunter der Sportartikel-Hersteller Adidas, der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer sowie der Online-Modehändler Zalando. Bei Bayer hoffen Investoren auf Hinweise für eine Trendwende bei dem seit Jahren kriselnden Unternehmen. Die komplette Terminübersicht für diese Woche finden Sie hier.

Quelle: ntv.de