Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagUS-Banken geben die DAX-Richtung vor

14.04.2023, 06:30 Uhr

Nach den leichten Gewinnen im Donnerstagsgeschäft könnte es für den DAX zum Wochenschluss noch einmal Richtung neues Jahreshoch gehen. Der deutsche Börsenleitindex wird aktuell mit Kursen um 15.800 Punkte taxiert, nachdem er gestern mit einem Aufschlag von 0,2 Prozent bei einem Stand von 15.729 Zählern geschlossen hatte. Das neue Jahreshoch aus dieser Woche liegt bei 15.827 Stellen. Nach dem Börsenschluss hierzulande waren die Kurse an der Wall Street noch deutlicher geklettert.

In den Blick rückt nun wieder die beginnende Berichtssaison in den USA: JP Morgan, Citigroup und Wells Fargo läuten sie ein. Analysten zufolge dürften bei den meisten Wall-Street-Banken die Gewinne im ersten Quartal wegen der schwächelnden Konjunktur und den Bankenturbulenzen gesunken sein. Auch der Ausblick für den weiteren Jahresverlauf dürfte den Experten zufolge eher mau ausfallen. Institute wie der Branchenprimus JP Morgan profitieren aber auch von den Problemen regionaler Geldhäuser: Aus Sorge vor dem Zusammenbruch weiterer Institute nach dem Kollaps der Silicon Valley Bank haben viele Kunden ihre Gelder von kleineren Banken abgezogen und zu den großen Häusern getragen.

Bei JP Morgan erwarten Analysten daher einen Anstieg des Zinsüberschusses um gut ein Drittel und einen 30 Prozent höheren Konzerngewinn. Bei der Citigroup rechnen die Experten dagegen mit einem rund 15 Prozent niedrigeren Gewinn je Aktie.

Das Bundeswirtschaftsministerium legt seinen Bericht zur wirtschaftlichen Lage vor. Es hatte jüngst mit Blick auf überraschend erfreuliche Industriedaten konstatiert, dass die Talsohle der Energiekrise durchschritten sein dürfte. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute gehen für Januar bis März von einem Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt von 0,1 Prozent aus, nachdem es im vierten Quartal noch ein Minus von 0,4 Prozent gegeben hatte. Eine sogenannte technische Rezession – also zwei Quartale mit schrumpfender Wirtschaftsleistung – könnte somit knapp vermieden werden.

Von der Konjunkturseite könnte es aber bereits vor Börsenstart hierzulande Impulse geben: Am Morgen werden Daten zu den deutschen Großhandelspreisen veröffentlicht. Am Nachmittag trudeln aus den USA noch Daten zu den Import- und Exportpreisen, zu den Einzelhandelsumsätzen, zur Industrieproduktion und zu den Lagerbeständen ein. Auf der Agenda steht ebenso der Index der Verbraucherstimmung der Uni Michigan.

Quelle: ntv.de