Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagUS-Finanzminister berichtet von Entschuldigungsanruf von Deutsche-Bank-Chef Sewing

21.01.2026, 15:06 Uhr

Die Führung der Deutschen Bank hat sich nach Angaben von US-Finanzminister Scott Bessent von einer kritischen Studie eines ihrer Analysten distanziert. Der Vorstandschef des Instituts, Sewing, habe ihn angerufen und erklärt, die Bank stehe nicht hinter dem Bericht, sagte Bessent am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. In der Analyse war die Möglichkeit erörtert worden, dass europäische Investoren wegen des Streits um Grönland US-Vermögenswerte abstoßen könnten. Ein Sprecher der Deutschen Bank lehnte eine Stellungnahme ab. Er betonte jedoch, dass die Analyse-Abteilung ("Research") unabhängig arbeite und deren Ansichten nicht zwangsläufig die Meinung des Managements widerspiegelten.

Bessent kritisierte, die Analyse stamme von einer einzigen Person und sei von den Medien aufgebauscht worden. Hintergrund ist eine Notiz des Devisenstrategen George Saravelos vom Sonntag. Darin hatte dieser die Möglichkeit erörtert, dass europäische Anleger als Reaktion auf die Drohung von US-Präsident Donald Trump, Zölle wegen des Grönland-Streits zu erheben, US-Anleihen und Aktien verkaufen könnten.

US-Banken sehen sich zunehmend Druck durch Trump ausgesetzt. Er hatte im vergangenen Jahr bereits Goldman Sachs und dessen Chef David Solomon ins Visier genommen, weil die Bank vor negativen wirtschaftlichen Folgen von US-Zöllen gewarnt hatte. Trump stellte daraufhin Solomons Eignung infrage und kritisierte die Analysen des Hauses. An den Märkten sorgten die Zolldrohungen zuletzt für Bewegung: Der Euro legte zum Dollar zu, während US-Staatsanleihen unter Druck gerieten.

Quelle: ntv.de