Der Börsen-TagUS-Politikchaos, Euro, Geldpolitik: Es regiert die Unsicherheit
Wenige Stunden vor dem Auftakt des alljährlichen Notenbanker-Treffens in Jackson Hole halten sich Anleger zurück. Der Dax notiert zur Eröffnung 0,2 Prozent im Plus bei 12.200 Punkten.
Die Aktienmärkte werden gleich von mehreren Seiten in die Mangel genommen:
dem Politikchaos in Washington,
dem festen Euro und
dem Warten auf das Notenbankertreffen in Jackson Hole.
Das Hauptaugenmerk der Börsianer ruht aber wohl auf den USA, die gleich mehrere offene Fronten haben: Die Ratingagentur Fitch droht den USA mit einem Verlust des "AAA"-Ratings, sollte die Schuldenobergrenze nicht rechtzeitig angehoben werden. Hier mehr
Die US-Regierung ist seit Monaten nur noch dank außerordentlicher Haushaltsmaßnahmen handlungsfähig. Diese dürften aber nur noch bis maximal Mitte Oktober den normalen Staatsbetrieb garantieren. Hier mehr
Dazu kommt, dass US-Präsident Donald Trump ankündigte, den Bau einer Mauer zu Mexiko durchzuziehen, selbst wenn er zur Finanzierung die Tätigkeit der Regierung einstellen müsse. Hier mehr
Washington versucht derweil gute Miene zum bösen Spiel zu machen: Nach Presseberichten über ein angebliches tiefes Zerwürfnis zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der Republikaner im Senat hat das Weiße Haus die politische "Einigkeit" zwischen den beiden Politikern betont.
Trump und der republikanische Mehrheitsführer im Senat Mitch McConell "bleiben bei vielen gemeinsamen Prioritäten geeint, darunter Steuererleichterungen für die Mittelklasse, die Stärkung des Militärs, der Bau eines südlichen Grenzwalls und andere wichtige Themen", erklärte Trumps Sprecherin Sarah Huckabee Sanders.
Zuvor hatte die "New York Times" berichtet, McConnell habe im privaten Kreis Zweifel daran geäußert, dass Trump seine gesamte Amtszeit durchstehen werde.
Latenter Belastungsfaktor an der Börse bleibt auch der Euro. Wer hofft, dass EZB-Präsident Mario Draghi in seiner Rede auf dem Zentralbankertreffen in Jackson Hole die Einheitswährung drücken könnte, dürfte enttäuscht werden. Die EZB will wohl bis in den Herbst warten und erst dann entscheiden, wie sie mit den Anleihekäufen von derzeit monatlich 60 Milliarden Euro weiter verfahren will.