Der Börsen-TagUS-Warnungen zur Ukraine drücken den Dax runter
Eigentlich war es ein ruhiger Handelstag, doch am Nachmittag kam wieder etwas Hektik auf. Nachdem am Dienstag ein in Aussicht gestellter Rückzug der russischen Streitkräfte an der ukrainischen Grenze an der Börse noch gefeiert wurde, ist die Lage scheinbar wieder deutlich bedrohlicher geworden.
Nachdem der Dax stundenlang keine Richtung fand, machte er mit neuen Ukraine-Meldungen und schwächeren Wirtschaftsdaten die Biege ins Minus, sagte ntv-Börsenreporter Frank Meyer: "Gedrückt wurde er auch durch Äußerungen von US-Präsident Joe Biden, der glaubt, eine russische Invasion in der Ukraine stünde in den nächsten Tagen bevor. Die Börse ist und bleibt politisch und vor allem unberechenbar."
So ging der Dax mit einem Abschlag von 0,7 Prozent auf 15.268 Punkte aus dem Handel. Im Tageshoch stand der Leitindex bei 15.440 Zählern. Der EuroStoxx50 verlor ebenfalls 0,7 Prozent auf 4108 Stellen.
Die Geldpolitik trat angesichts der geopolitischen Spannungen wieder etwas in den Hintergrund. Das am Vorabend veröffentlichte Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung bestätigt, dass die Fed im März beginnen wird, ihren Leitzins anzuheben und danach weitere, sukzessive Zinserhöhungen plant. Unklar ist allerdings, ob die Zinsen um 25 oder gleich um 50 Basispunkte angehoben werden.
Im Dax zogen Henkel um ein Prozent an. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern konnte für 2021 auf vergleichbarer Basis ein stärker als erwartetes Umsatzwachstum vorlegen und sieht "trotz einer noch nie gesehenen Inflationsumgebung" weitere Margensteigerungen.
Commerzbank gewannen im MDax 3,2 Prozent. Das Geldinstitut hat im vergangenen Jahr trotz Restrukturierungskosten und weiterer Rückstellungen einen Gewinn erzielt. Im laufenden Jahr soll der Gewinn auf über eine Milliarde Euro steigen. Zudem strebt die Bank bereits für 2022 eine Dividendenzahlung an. "Die Bank ist auf dem richtigen Weg", sagte ein Marktteilnehmer dazu.
Gut kam die erhöhte Gewinnprognose bei RWE an, die Aktien legten um 4,7 Prozent zu. "Das kommt nicht ganz unerwartet, ist aber ziemlich deutlich", sagt ein Händler. So sei die Spanne für das bereinigte Nettogewinns deutlich erhöht worden.