Der Börsen-TagUS-Wirtschaft ist weniger zinssensitiv
Die US-Notenbank wird ihre Zinsen nach Einschätzung des Deutsche-Bank-Strategen George Saravelos weniger stark als andere Zentralbanken senken. Saravelos begründet seine Einschätzung mit der außerordentlich günstigen Finanzlage von Unternehmen und privaten Haushalten. Der Zinsaufwand der Unternehmen sei im dritten Quartal 2023 auf das niedrigste Niveau seit Anfang der 1960er Jahre gesunken, sie verdienten Geld durch höhere Kassenbestände, während sie gleichzeitig Zinsen für niedrig verzinste feste Schuldtitel zahlten. "Die USA sind das einzige Industrieland, in dem die Zinskosten stark gesunken sind", so der Ökonom.
Zugleich lägen die Nettofinanzverpflichtungen der privaten Haushalte immer noch unter dem Niveau von vor der Covid-Krise und seien die gesündesten seit mehr als drei Jahrzehnten. "Die eigentliche Frage ist nicht, ob die Fed die Zinsen einige Wochen früher oder später senkt, sondern ob sie in den nächsten zwei Jahren weniger oder mehr senkt als der Rest der Welt. Wir sehen die Risiken nach wie vor eher in Richtung einer geringeren Lockerung der Fed", folgert er.