Der Börsen-TagUnd auf einmal ist die Luft raus …
Mit einer positiven Wochenbilanz wird es für den Dax nichts mehr. Das gestrige Minus von 2,3 Prozent auf 24.309 Punkte wiegt zu schwer. Anleger hatten mit Enttäuschung auf den Ausblick des Indexschwergewichts SAP reagiert und die Titel auf Talfahrt geschickt. Der Fokus der Anleger liege gerade vor allem auf den Prognosen, kommentierte Marija Veitmane von State Street. Entscheidend sei die Frage, ob man auch in Zukunft mit dem gleichen Wachstumstempo rechnen könne.
Zum Wochenschluss stehen noch einige Termine auf der Agenda. So dürfte etwa die deutsche Wirtschaft vor dem Jahreswechsel leicht gewachsen sein. Klarheit bringen die vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes für das vierte Quartal 2025, wobei Experten mit einem Plus von 0,2 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt rechnen. Nach zwei Rezessionsjahren hatte die Wirtschaft 2025 minimal um 0,2 Prozent zugelegt. Für das laufende Jahr traut die Bundesregierung ihr ein Wachstum von 1,0 Prozent zu - vor allem getragen durch die staatlichen Mehrausgaben.
Die Inflation in Deutschland hat im Januar womöglich wieder leicht angezogen. Für die anstehenden vorläufigen Verbraucherpreisdaten im Januar erwarten Experten einen Anstieg der Jahressteuerungsrate auf 2,0, nach 1,8 Prozent im Dezember. Damit würde das Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) genau getroffen, die eine Rate von 2,0 Prozent als ideal für den gesamten Euroraum ansieht.
Unternehmensseitig kommen die Aktionäre des Industriekonzerns Thyssenkrupp in Bochum zur Hauptversammlung zusammen. Dabei dürften für Vorstandschef Miguel Lopez Licht und Schatten dicht beieinander liegen. Der fulminante Börsengang der Rüstungstochter TKMS wird am Markt als Erfolgsstory betrachtet. Drei Monate nach dem Start ist der U-Bootbauer wie der Mutterkonzern bereits im MDax. Sorgen bereitet hingegen das Stahlgeschäft. Die Restrukturierung mitsamt des Abbaus Tausender Jobs verursacht hohe Kosten und trägt maßgeblich zu Verlusten bei. Zugleich herrscht Funkstille, wie es um die Verhandlungen mit dem indischen Konzern Jindal Steel zur Übernahme der Stahlsparte steht.