SAP, Tesla, Microsoft schwächelnWall Street sorgt sich um mögliche KI-Blase

Der Dow Jones stagniert nahezu, die anderen beiden großen Indizes geben nach. Insbesondere der Index der Technologiebörse Nasdaq verliert. Der Ölpreis steigt angesichts der Situation des Iran.
Wie rentabel sind die hohen Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI)? Die offene Frage hat die US-Börsen belastet. Vor allem enttäuschende Zahlen von Microsoft und SAP drückten am Donnerstag auf die Stimmung und zogen den technologielastigen Nasdaq-Index nach unten. Standardwerte hielten sich dagegen besser. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsschluss 0,04 Prozent höher bei 49.037 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab dagegen 0,2 Prozent auf 6968 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,8 Prozent auf 23.678 Stellen.
Nach unten zogen die Börsenbarometer vor allem die Titel des Softwareriesen Microsoft, die nach negativ aufgenommenen Geschäftszahlen zehn Prozent einbüßten. Auch der Elektroautopionier Tesla konnte seine anfänglichen Kursgewinne nicht halten und gab nach seinem ersten Jahresumsatzminus rund 3,5 Prozent nach.
"Die Anleger haben lange Zeit einfach Geld hineingeworfen, doch inzwischen haben sie einen Punkt erreicht, an dem sie genauer hinschauen und prüfen, was tatsächlich dahintersteckt", sagte Max Wasserman, Mitgründer der Investmentgesellschaft Miramar. "Der Fokus der Marktteilnehmer verschiebt sich von Wachstumsversprechen hin zum Zeitpunkt und zur Rentabilität der KI-Investitionen", erläuterte Jake Behan vom Finanzdienstleister Direxion.
Gefragt nach Vorlage der Zahlen waren hingegen die Facebook-Mutter Meta und der IT-Dienstleister IBM, die um gut zehn und fünf Prozent zulegten. "Das ist eine ganz andere Geschichte als noch im vergangenen Quartal", sagte Adam Turnquist, Chefstratege beim Broker LPL.
Rüstungskonzern legt zu
Im Fokus standen auch Bilanzen aus anderen Branchen. So konnten die Fluggesellschaft Southwest, der Rüstungskonzern Lockheed Martin, der Baumaschinenhersteller Caterpillar und der Industriekonzern Honeywell mit ihren Geschäftszahlen bei Anlegern punkten. Die Titel legten um vier bis 15,5 Prozent zu. Unter Druck gerieten hingegen Unternehmen wie der Hausgerätehersteller Whirlpool, der Tabakhersteller Altria und der Chemiekonzern Dow, die zwischen knapp zwei und gut sieben Prozent einbüßten.
Am Ölmarkt kletterten die Preise für das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI aus Angst vor Versorgungsengpässen um jeweils mehr als drei Prozent auf 70,59 und 65,33 Dollar je Fass. Die Kontrakte, die seit Montag um jeweils knapp acht Prozent gestiegen sind, notierten zuletzt auf dem höchsten Stand seit Anfang August und Ende September. Der Iran ist mit einer Fördermenge von 3,2 Millionen Barrel pro Tag der viertgrößte Ölproduzent unter den erdölexportierenden Ländern (OPEC).
Am Devisenmarkt konnte die US-Währung trotz einer Zinssenkungspause der US-Notenbank Fed keinen Boden gutmachen. Der Dollar-Index verlor 0,2 Prozent auf 96,247 Punkte. Die von US-Präsident Trump immer wieder zu Zinssenkungen gedrängte Notenbank hatte den Leitzins am Mittwoch in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen "Wir rechnen derzeit nicht vor der Fed-Sitzung im Juni, der ersten unter Leitung des Nachfolgers von Jerome Powell, mit einer erneuten Leitzinssenkung", prognostizierten die Analysten der LBBW. Die Inflationsgefahren in Verbindung mit der US-Zollpolitik seien noch nicht vom Tisch.