Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagUnd dann war da noch … die EZB

15.12.2025, 06:00 Uhr

In dieser Börsenwoche richten Anleger ihren Blick auf verzögerte US-Konjunkturdaten und den EZB-Zinsentscheid. Die Zinssenkung der US-Notenbank Fed sorgte in der alten Woche für Kauflaune. "Zwei der zwölf Notenbanker stimmten zwar dagegen, und die Zinssenkung war von den Finanzmärkten weitgehend vorhergesehen. Dennoch unterstützte die Entscheidung die Aktienmärkte", so die Experten der Helaba. Ins Wochenende hatte sich der Dax mit einem Stand von 4.186 Punkten verabschiedet. Damit erreichte der deutsche Börsenleitindex zwar erneut ein Wochenplus, allerdings hätte es deutlicher ausfallen können: Im Freitagsgeschäft hatte der Dax ein Minus von 0,4 Prozent verbucht.

Bei der Zinsentscheidung in Europa am 18. Dezember wird hingegen keine geldpolitische Lockerung erwartet. Führende Vertreter der Europäischen Zentralbank (EZB) erteilten zuletzt einem weiteren Schritt nach unten eine Abfuhr. Die Währungshüter verwiesen auf die noch nicht gänzlich besiegte Inflation. "Die EZB bleibt on hold und sollte für lange Zeit eher als Beobachter und weniger als Akteur in der Geldpolitik auftreten", kommentiert Eckhard Schulte, Vorstandsvorsitzender des Vermögensverwalters MainSky. Die EZB halbierte ihren Leitzins von Mitte 2024 bis Mitte 2025 von vier auf zwei Prozent, weil der Teuerungsdruck nachgelassen hatte. Seither blieb der Zinssatz unverändert.

Im Mittelpunkt der neuen Konjunkturdatenwoche stehen Daten aus den USA. Am Dienstag und Donnerstag warten Anleger auf Zahlen zum Arbeitsmarkt und zur Inflation in den USA, die wegen des teilweisen Stillstands der US-Verwaltung verschoben wurden. Daher stehen bei beiden Berichten sowohl die Zahlen für Oktober als auch die für November an. Experten mahnen jedoch zur Vorsicht. "Wegen des Shutdowns wurden viele Oktober-Daten nicht erfasst", so die Commerzbank-Ökonomen. "Daher werden die Berichte erhebliche Lücken aufweisen." Zum Wochenstart gibt es den Tankan-Bericht aus Japan, Einzelhandelsumsatzdaten aus China und Zahlen zur Industrieproduktion aus der EU.

Quelle: ntv.de