Der Börsen-TagUngemütliche Osterwoche: Das wird für den Dax heute wichtig
In der verkürzten Handelswoche vor den Osterfeiertagen dürfte es Börsenstrategen zufolge am deutschen Aktienmarkt ungemütlich bleiben. "Da der Krieg zwischen Russland und der Ukraine nun schon zwei Monate andauert, steigen die Erwartungen einer weiteren Abkühlung des Wirtschaftswachstums und einer höheren Inflation", sagt Luca Paolini, Chefstratege beim Vermögensverwalter Pictet Asset Management. "Auch wenn das Wachstum in vielen Volkswirtschaften weiterhin über dem Trend liegt, sehen wir Abwärtsrisiken für die Unternehmensgewinne."
In der abgelaufenen Woche fuhr der Dax einen Verlust von weniger als einem Prozent ein. Am Freitag konnte der deutsche Börsenleitindex 1,5 Prozent oder mehr als 200 Punkte auf 14.284 Zähler zulegen. Auch die Wall Street verzeichnete leichte Aufschläge. Aber: Seit Jahresbeginn ist der Dax um etwa zehn Prozent abgerutscht.
Immer weiter steigende Inflationsraten und die von der US-Notenbank Fed eingeläutete Zinswende machen den Anlegern zu schaffen. "Die große Frage wird sein, ob es der US-Notenbank mit ihrer Zinspolitik gelingen wird, eine sanfte Landung der Wirtschaft zu bewirken", sagt Ökonom Carsten Klude von M.M. Warburg. Die Rahmenbedingungen hätten sich mit dem russischen Angriff auf die Ukraine verschlechtert. "Somit könnte die Notenbank gezwungen sein, die Zinsen stärker zu erhöhen als derzeit erwartet wird, um die Inflationsrate wieder unter Kontrolle zu bringen - und dies bei gleichzeitig schlechteren Wachstumsaussichten." Dementsprechend werden die Börsianer neue Sanktionen gegen Russland genau im Blick behalten.
Terminlich startet die neue verkürzte Handelswoche ruhig: Von Konjunkturseite richtet sich das Augenmerk der Anleger Richtung Großbritannien. Dort werden Daten zum Wirtschaftswachstum, zur Handelsbilanz und zur Industrieproduktion veröffentlicht. In Frankreich steht der OECD-Frühindikator auf der Tagesordnung. Mercedes-Benz lädt zudem zur ESG-Konferenz.