Der Börsen-TagVerfallen die DAX-Anleger wieder in den Panikmodus?
Nach der jüngsten Achterbahnfahrt an den Aktienmärkten müssen sich Anleger nach Einschätzung von Experten auf weitere Turbulenzen einstellen. "Wir befinden uns in der saisonal schwächsten Zeit für Aktien im ganzen Jahr", sagt Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst des Online-Brokers CMC Markets. "In den nächsten Wochen bleiben die Anleger auf einem unsicheren Terrain unterwegs." In der alten Woche legte der DAX unter dem Strich ein halbes Prozent zu, nachdem er wegen wieder aufgeflammter US-Rezessionsängste zeitweise auf den niedrigsten Stand seit einem knappen halben Jahr gefallen war.
Der Portfoliomanagerin Marie de Leyssac vom Vermögensverwalter Edmond de Rothschild zufolge werden Investoren die anstehenden Konjunkturdaten auf mögliche Signale für eine US-Rezession abklopfen und sämtliche Aussagen von Notenbankern auf Hinweise zur Geldpolitik prüfen. Daher warteten sie bereits gespannt auf das jährliche Zentralbank-Treffen in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming Ende August.
Daneben beobachteten Börsianer den Krieg im Gazastreifen und dessen Auswirkungen aufmerksam, betont Anlagestratege Jürgen Molnar vom Brokerhaus RoboMarkets. "Ausbleibende Nachrichten aus dem Nahen Osten sind gute Nachrichten. Dennoch bleibt ein Angriff des Iran auf Israel ein Risiko, das viele Investoren weiterhin davon abhalten dürfte, bei den vermeintlich billigeren Kursen bereits wieder zuzugreifen."
Ihr Hauptaugenmerk richten Börsianer auf die US-Einzelhandelsumsätze am Donnerstag. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft. Experten erwarten für Juli ein Plus von 0,3 Prozent zum Vormonat. Gleichzeitig werden die Zahlen zu den wöchentlichen Erstanträgen auf US-Arbeitslosenhilfe veröffentlicht. In der alten Woche hatte ein überraschend geringer Anstieg dieser Kennziffer die Rezessionsängste gedämpft.
Deutsche Konjunkturdaten spielen in der neuen Woche nur eine untergeordnete Rolle. Am Dienstag gibt der ZEW-Index Auskunft über die Stimmung der deutschen Börsenprofis. Experten erwarten einen Rückgang auf 36,8 Punkte von 41,8 Zählern.
Unabhängig davon läuft die Bilanzsaison weiter auf vollen Touren. Allein aus dem DAX legt ein halbes Dutzend Firmen Geschäftszahlen vor. Hierzu gehören die beiden Versorger RWE und E.ON sowie der Konsumgüter-Hersteller Henkel. Im Ausland öffnen unter anderem die Schweizer Großbank UBS und der US-Einzelhändler Walmart ihre Bücher.
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