Der Börsen-TagVerhärtete Fronten in Chemie-Tarifauseinandersetzung
In den Tarifverhandlungen für die 585.000 Beschäftigten der Chemieindustrie sind die Fronten verhärtet. Gewerkschaft und Arbeitgeber konnten sich auch in der zweiten Runde nicht einigen. Die Verhandlungen wurden erneut vertagt und sollen nun am 26. und 27. Juni in Bad Breisig in Rheinland-Pfalz fortgesetzt werden, wie die Gewerkschaft IGBCE und der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) mitteilen. "Was die Arbeitgeberseite vorgelegt hat, ist noch zu weit entfernt davon, ein substanzielles Angebot zu sein", so IGBCE-Verhandlungsführer Oliver Heinrich. Zwar seien in allen Themenfeldern ernsthaft Lösungsmöglichkeiten ausgelotet worden. "Aber zu oft sind einem Schritt nach vorn zwei zurück gefolgt."
Die Gewerkschaft kündigt bundesweite Aktionstage am 18. und 19. Juni an, auf denen die Beschäftigten ihren Forderungen Nachdruck verleihen wollen. "Wir werden uns nicht unter Druck setzen lassen, sondern weiter konstruktiv an einem Kompromiss arbeiten", erklärt BAVC-Verhandlungsführer Matthias Bürk. In vielen zentralen Fragen lägen die Positionen noch weit auseinander. "Am Ende brauchen wir einen Tarifabschluss, der für die Unternehmen in allen Bestandteilen tragbar ist."
Die IGBCE fordert sieben Prozent mehr Einkommen für die Beschäftigten, eine tarifliche Besserstellung von Gewerkschaftsmitgliedern sowie eine Modernisierung des Bundesentgelttarifvertrags.