Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagVerwirrung über die US-Geldpolitik bestimmt Asien-Börsen

22.06.2023, 08:35 Uhr

Uneinheitlich zeigt sich der ausgedünnte ostasiatische Aktienhandel am Donnerstag. Während sich der Kospi in Südkorea 0,5 Prozent zulegt, meldet Australien nach den Aufschlägen der Vortage eine sehr schwache Tendenz. Dazwischen reihen sich die übrigen Handelsplätze ein. In China und Hongkong wird wegen des Drachenbootfestes nicht gehandelt, ebenso in Taiwan. Die Börsen im chinesischen Kernland eröffnen erst wieder am Montag.

Händler charakterisieren die Stimmung weiter als mau. Während man von den chinesischen Behörden weitere Zinssenkungen und Stimuli erhofft, wiederholte US-Notenbankpräsident Jerome Powell vor dem Kongress, dass die Fed ihre Zinsen nach der Pause im Juni in den nächsten Monaten weiter erhöhen werde. Dies könne langsamer vonstatten gehen, aber letztlich dürfte der Zinsgipfel in den USA höher liegen als zuletzt veranschlagt, verdeutlichte Powell.

Angesichts der global trüben Konjunkturaussichten versetzen solche Worte die Börsen in Asien nicht in Kauflaune. Dazu passt die Einschätzung von Goldman Sachs, dass China auch dann mit konjunkturellem Gegenwind zu tun haben werde, wenn die Geldpolitik weiter gelockert werde.

Nach einem kleinen Höhenflug angesichts der falkenhaften Äußerungen von Powell kommt der Dollar wieder deutlich zum Yen zurück, was den japanischen Aktienmarkt tendenziell etwas belastet. Der Nikkei verliert im späten Geschäft 0,3 Prozent auf 33.482 Punkte. Am Markt herrsche mehr und mehr Verwirrung über die US-Geldpolitik. Denn eigentlich zweifelten eine ganze Reihe von Akteuren an der falkenhaften Ausrichtung der Fed und setzten auf Zinssenkungen zum Jahresende in den USA. Doch das neuerliche Bekenntnis Powells zu Zinserhöhungen ließen immer mehr Zweifel an der Marktsicht aufkommen, erläutert IG-Marktanalyst Chris Beauchamp.