Der Börsen-TagVorsicht und Spannung beim Dax
Am Dienstag 1,0 Prozent nach oben, zur Wochenmitte 0,6 Prozent abwärts: Dem Dax fehlt in der aktuellen Handelswoche die klare Richtung. Der deutsche Börsenleitindex notiert kurz nach Handelseröffnung 0,8 Prozent schwächer bei 15.706 Punkten. Die Berg- und Talfahrt der vergangenen Tage setzt sich damit fort.
"Die Anleger trauen sich kaum aus der Deckung", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Katja Dofel und verweist auf die altbekannte Fragen: Was passiert mit der Geldpolitik der Notenbanken? Werden die Anleihenkäufe reduziert? "Für die Aktienmärkte wäre eine Reduzierung keine gute Nachricht, schließlich sind sie mit dem billigen Geld bislang sehr gut gefahren", erläutert sie. "Die Spannung ist greifbar, aber aktuell nicht an der Dax-Tafel ablesbar."
Der Markt wartet auf die EZB-Aussagen zur Geldpolitik am Donnerstag. In den USA stehen das Beige Book am Abend und der Bericht über die offenen Stellen in den USA am Nachmittag an. Bei letzterem wird ein Sprung auf ein Allzeithoch erwartet mit über 10 Millionen unbesetzten Stellen. Das zeigt Marktteilnehmern zufolge eine brummende US-Wirtschaft. Daher wird mit steigenden Bond-Renditen gerechnet, die wiederum die Aktienbewertungen unter Druck setzen könnten. Am Dienstag waren die US-Renditen fast auf ein Zweimonatshoch gesprungen.
Ansonsten ist der Datenkalender extrem leer. Nach dem nervösen Handel an der Wall Street am Vorabend dürften daher vor allem Absicherungsgeschäfte vor dem EZB-Termin gemacht werden. Die Wirtschaft scheine sich abzuschwächen in Richtung einer langsamen aber stetigen Expansion, meint Chef-Stratege David Kelly von JP Morgans Asset Management. Das schwächere Wachstum der Unternehmensgewinne zusammen mit höheren Zinsen werde den Fokus des Marktes auf die Aktienbewertung richten.