Der Börsen-TagWahlergebnis lässt Indiens Börse absacken
Bei der Unterhauswahl in Indien wird die Partei von Ministerpräsident Narendra Modi wohl dramatisch schlechter abschneiden als noch kurz nach Schließung der Wahllokale vorhergesagt. Für Modi dürfte es dennoch für eine dritte Amtszeit reichen.
Deutlich hinzugewinnen konnte indes das von Rahul Gandhi angeführte Oppositionsbündnis INDIA, das den Medien zufolge künftig mehr als 230 Abgeordnete stellen wird - und damit fast doppelt so viele wie noch am Samstag prognostiziert. Für Modis Partei BJP ist das Ergebnis ein schwerer Schlag. Sie hatte bei den Wahlen 2014 und 2019 jeweils allein die Mehrheit der Abgeordneten stellen und damit eine Ära unsicherer Koalitionsregierungen in Indien beenden können.
Das Ergebnis hat Anleger aufgeschreckt. Die Kurse an der indischen Börse sackten am Dienstag um bis zu 8,5 Prozent ab, am Ende schloss der Index Nifty50 5,9 Prozent schwächer. Modi wird nun erstmals seit seiner Machtübernahme im Jahr 2014 auf mindestens drei unterschiedliche regionale Parteien angewiesen sein, deren Zuverlässigkeit in den letzten Jahren nicht immer gegeben war.
Experten zufolge bringt das nach einem Jahrzehnt, in dem Modi mit autoritärer Hand regiert hat, nun eine gewisse Unsicherheit in Indiens Politik. Am Montag waren die Börsen noch deutlich gestiegen in der Annahme, dass die NDA-Koalition eine Zweidrittelmehrheit erreichen könne und es weitere Jahre starken Wirtschaftswachstums und wirtschaftsfreundlicher Reformen gebe.