Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagWarum Argentinien die Finanzmärkte verunsichert

13.08.2019, 07:10 Uhr
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Vorwahlen in Argentinien: Anhänger des Präsidentschaftskandidaten Fernandez hoffen auf einen Wahlsieg der Linken. (Foto: dpa)

Die Aktienmärkte in Argentinien haben die Aussicht auf einen politischen Machtwechsel in dem südamerikanischen Land zu Wochenbeginn mit voller Wucht zu spüren bekommen. Der Leitindex S&P Merval brach in Buenos Aires um mehr als ein Drittel ein. Bis zum Abend sackte das Kursbarometer um 35,5 Prozent ab auf 28.609,96 Punkte. Der argentinische Leitindex fiel so mit einem Schlag auf den tiefsten Stand seit Ende 2018.

Für die Bevölkerung weitaus dramatischer ist der Einbruch der Landeswährung: Der argentinische Peso verlor zu Wochenbeginn ebenfalls massiv an Wert. Damit dürften sich alle Importwaren wie etwa Medikamente, Haushaltsgeräte oder Maschinen weiter verteuern.

  • Den Anstoß zu den Turbulenzen gab der sich abzeichnende Triumph der Linken: In den Vorwahlen setzte sich nicht der amtierende Präsident Mauricio Macri durch, sondern mit Alberto Fernández der frühere Kabinettschef der ehemaligen Präsidentin Cristina Kirchner.

  • An den Finanzmärkten sorgte dies auch deshalb für große Unruhe, weil sich Kirchner an der Seite von Fernández um das Amt der Vizepräsidentin bewirbt. Ihr wird im Gegensatz zu Macri ein ausgesprochen angespanntes Verhältnis zu ausländischen Investoren nachgesagt.

  • In ihre Amtszeit fällt der Kampf gegen Anleihebesitzer, die sich nicht an staatlichen Umschuldungen beteiligen wollten. Die Vorwahlen dienen zur Bereinigung des Bewerberfeldes und gelten als wichtiger Stimmungstest für die Präsidentenwahl im Oktober. Argentinien und den Märkten stehen damit unruhige Monate bevor.

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