Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagWerden DAX-Anleger auf dem falschen Fuß erwischt?

25.07.2023, 17:40 Uhr

Der DAX hat sich nach einem müden Wochenbeginn auch im Dienstagsgeschäft kaum bewegt. Der deutsche Börsenleitindex schließt mit 16.212 Punkten etwa 0,2 Prozent im Plus. Marktteilnehmer verweisen auf die Sorge der Anleger, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden: Am Mittwoch und Donnerstag stehen die Zinsentscheidungen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) und der Europäischen Zentralbank (EZB) an. Der noch etwas schwächer als erwartet ausgefallene IFO-Geschäftsklima-Index, Deutschlands wichtigstes Konjunkturbarometer, ändert daran nicht viel - und auch nicht die Berichtssaison, die hierzulande Positives und Negatives bereithält.

"Die Anleger schauen stark auf die Zinsen", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Corinna Wohlfeil. "Sie wetten auf den Zinsgipfel. Dann wäre der Weg für weiter steigende Kurse frei", erläutert sie. "Allerdings: Hierzulande gab es jüngst auch schwache Quartalsberichte – etwa von BASF, Lanxess und auch Bayer."

Bei den Einzelwerten springen Adidas-Aktien rund 4,5 Prozent nach oben und landen an der DAX-Spitze. Nach einer ersten Verkaufsaktion für die "Yeezy"-Schuhe des umstrittenen Rappers Kanye West hatte der Sportartikelkonzern am Vorabend seine Prognose für das laufende Jahr heraufgesetzt.

Eine Prognosesenkung schickt Bayer zwischenzeitlich ans Dax-Ende. Die Titel erholen sich dann wieder, schließen am Ende im Plus. Die Warnung sei zwar erwartet worden, aber nicht in diesem Ausmaß, sagte ein Händler. Zudem sei die drastische Kürzung der Prognose für den freien Cashflow eine negative Überraschung gewesen.

Der Triebwerksbauer MTU rutscht etwa 6,5 Prozent ab - der höchste Tagesverlust seit mehr als einem Jahr. Hintergrund sind einem Händler zufolge Aussagen von RTX zu Pratt & Whitney-Triebwerken, an denen MTU beteiligt sei. Die US-Gruppe RTX teilte mit, dass ein erheblicher Teil der GTF-Triebwerke von Pratt & Whitney, die die Airbus A320neo-Jets antreiben, beschleunigte Ausmusterungen und Inspektionen benötigten.

Quelle: ntv.de