Der Börsen-TagWirtschaftsweise: Ampel-Hilfe für Firmen füllt Putins Kriegskasse
Das geplante Hilfsprogramm der Bundesregierung für Unternehmen könnte sich nach Auffassung einer Wirtschaftsweisen als schädlich erweisen. "Es ist sehr unglücklich, die Nutzung fossiler Energie zu subventionieren, indem man den Energieverbrauch bei umfangreichen Kostensteigerungen direkt bezuschusst", sagte Veronika Grimm, Mitglied des Wirtschaftssachverständigenrats der Bundesregierung, gegenüber der "Welt".
Damit sinke der Anreiz, Energie einzusparen. Im Endeffekt halte man so den Gaspreis an den Börsen hoch und fülle gleichzeitig Putins Kriegskassen. Die Zuschüsse stünden auch im Gegensatz zu anderen Aussagen der Regierung. "Einerseits werden Schreckensszenarien von umfangreicher Rationierung im Falle eines Lieferstopps russischer Energie an die Wand gemalt und nun reizt man noch den Energieverbrauch an. Das passt nicht zusammen", sagte Grimm. Die Bundesregierung müsse alle Hebel in Bewegung setzen, um den Gasverbrauch zu senken. Dafür seien Preissignale wichtig. Man müsse Unternehmen unterstützen, aber nicht, indem man die Preise fossiler Energieträger senke.