Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagWirtschaftsweise warnt vor Wettbewerbsnachteilen

02.09.2024, 08:58 Uhr

Die AfD hat nach den Worten der Wirtschaftsweisen Monika Schnitzer für die großen Probleme von Sachsen und Thüringen keine Lösungen parat. "Beide Länder stehen vor einem teils drastischen demografischen Wandel", sagt die Chefin des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Sachsen und Thüringen hätten seit der Wiedervereinigung etwa ein Fünftel der Bevölkerung verloren. Einige Landkreise dürften in den nächsten Jahren weitere 20 bis 30 Prozent der Erwerbsbevölkerung verlieren. "Der jetzt schon bestehende Fachkräftemangel wird sich also noch weiter verschärfen", sagt die Top-Ökonomin und fügt mit Blick auf die AfD hinzu: "Die Ablehnung von qualifizierter Zuwanderung ist an der Stelle das falsche Signal, denn sie wird Fachkräfte davon abhalten, diese Bundesländer als Option in Erwägung zu ziehen."

Für die sächsischen und thüringischen Unternehmen, die genauso im globalen Wettbewerb stehen wie alle anderen auch, würde sich der schon vorhandene Wettbewerbsnachteil Arbeitskräftemangel damit weiter verschärfen. "Unternehmensnachfolgen würden erschwert, gegebenenfalls könnte das zu Firmenaufgaben führen", sagt Schnitzer. Staatliche Institutionen, medizinische Versorgungseinrichtungen und Bildungseinrichtungen litten ebenfalls unter Fachkräftemangel und würden dadurch weiter ihre Leistungen reduzieren müssen.

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