Der Börsen-TagZiehen Inflationssorgen den DAX abwärts?
Mit einem ruhigen Start rechnen Händler. Der Terminkontrakt des DAX deutet auf eine Eröffnung knapp über der 16.700er-Marke hin. Die Märkte warten mit steigender Spannung auf die Veröffentlichung der neuen US-Inflationsdaten am Nachmittag. Unternehmensdaten spielen aktuell eine kleinere Rolle als sonst, sie rutschen angesichts der Bedeutung der Zinsniveaus für die Aktienbewertung in den Hintergrund.
Den meisten Marktteilnehmern ist mittlerweile bewusst geworden, dass sie es mit der Zinssenkungseuphorie im vergangenen Jahr kräftig übertrieben hatten. Die jüngsten Kommentare von Sprechern der US-Notenbank dämpften hier die Erwartungen an einen Automatismus auf dem Weg nach unten. Entsprechend gingen die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen am Vorabend mit 4,024 Prozent aus dem Handel. Der Markt blickt daher gespannt auf eine Rede von Fed-Richmond-Präsident Barkin am Abend.
Doch auch in Europa kamen erneute Sorgen über noch lange in der Zukunft liegende Zinssenkungen auf. So hatte EZB-Mitglied Isabel Schnabel unterstrichen, dass es noch zu früh sei, um Zinssenkungen für Europa überhaupt zu diskutieren.
Beim US-CPI für Dezember gehen Volkswirte im Schnitt von einem Anstieg um 3,2 Prozent zum Vorjahr aus. Die bedeutet zwar einen leichten Anstieg gegenüber den 3,1 Prozent im Vormonat, wäre aber nur durch rechnerische Basiseffekte verursacht und würde keine neuen Inflationssorgen an den Märkten wecken. Bei der Kernrate wird indes mit einer Abschwächung des Preisanstiegs auf plus 3,8 Prozent nach 4,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gerechnet.