Der Börsen-TagZoff bei Easyjet
Der Druck auf die Verwaltungsratsmitglieder des Billigfliegers Easyjet seitens des Großaktionärs wächst. Firmengründer Stelios Haji-Ioannou hat nach eigenen Angaben einen zweiten Antrag eingereicht, um zwei Mitglieder des Easyjet-Boards von den Aktionären abberufen zu lassen. Sollte diese Abstimmung nicht ermöglicht werden, werde er die Abberufung weiterer Boardmitglieder fordern, drohte er.
Am Montag hatte Haji-Ioannou angekündigt, den Rauswurf von Finanzchef Andrew Findlay anzustreben. Das sei die beste Möglichkeit, die Airline davon abzuhalten, trotz der Corona-Pandemie an einer Bestellung von 107 Flugzeugen bei Airbus im Volumen von 4,5 Milliarden Euro festzuhalten. Easyjet hatte geantwortet, dass die Einberufung eines Aktionärstreffens eine wenig hilfreiche Ablenkung von den Herausforderungen sei, vor denen das Unternehmen derzeit stehe.
Haji-Ioannous Familie gehört rund ein Drittel von Easyjet. Er fürchtet, dass der Airline angesichts des milliardenschweren Auftrags das Geld ausgeht. Die britische Fluggesellschaft lässt wegen der Corona-Pandemie seit Montag ihre gesamte Flotte am Boden.