Marktberichte

Wall Street dreht auf Arbeitsdaten versetzen Anleger in Kauflaune

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(Foto: imago images / UPI Photo)

Zum Wochenschluss klettern die Kurse an der Wall Street noch einmal nach oben. Die jüngsten Zahlen vom US-Arbeitsmarkt und neue Hoffnung im Handelsstreit sorgen auf dem Parkett für gute Laune.

Beflügelt vom stärksten Stellenaufbau in den USA seit zehn Monaten hat die Wall Street zum Wochenschluss kräftig zugelegt. Im November wurden 266.000 Stellen außerhalb der US-Landwirtschaft geschaffen. Experten hatten lediglich mit 180.000 gerechnet, nach einem Plus von 128.000 im Vormonat.

"Insgesamt war es ein sehr solider Bericht und das sollte Rezessionsängste in den Hintergrund drängen", sagte Stratege Michael Arone vom Vermögensverwalter State Street Global Advisors. Anleger hofften zudem auf ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk von US-Präsident Donald Trump. Dank seiner zuletzt versöhnlicheren Töne setzten sie auf eine Entspannung im Zollstreit mit China, sagten Börsianer. Trump sagte, die Verhandlungen mit China liefen gut.

Uber
Uber 31,52

Der Dow-Jones-Index verbesserte sich um 1,2 Prozent auf 28.015 Punkte und schloss damit nur knapp unter seinem Tageshoch. Der S&P-500 legte um 0,9 Prozent auf 3.146 Punkte zu und der Nasdaq-Composite erhöhte sich um 1,0 Prozent auf 8.657 Punkte.

Der Dollar machte nach den Arbeitsmarktdaten einen Satz nach oben. Im Gegenzug fiel der Euro in der Spitze bis auf 1,1039 Dollar, den tiefsten Stand in dieser Woche. Im späten US-Handel lag die Devise bei 1,1060 Dollar. Im Vorfeld der Daten hatte die Gemeinschaftswährung bei 1,1070 Dollar notiert. Allerdings könnte der Effekt für den Dollar durch den Bericht nur von kurzer Dauer sein, denn die Unsicherheiten in Bezug auf den andauernden Handelskonflikt zwischen den USA und China blieben bestehen, so Analyst Sam Cooper von der Silicon Valley Bank.

Uber verliert nach Bekanntwerden sexueller Übergriffe

Der Preis für die Feinunze Gold reduzierte sich um 1,0 Prozent auf 1.461 Dollar. Zum einen war das Edelmetall als sicherer Hafen in diesem Umfeld kaum gesucht, zum anderen litt es als zinslose Anlage unter der Aussicht, dass die US-Zinsen zumindest auf Sicht nicht fallen dürften.

Die Aktien von 3M führten mit einem Plus von 4,3 Prozent die Gewinnerliste im Dow-Jones-Index an. Zur Begründung verwiesen Teilnehmer auf einen Bloomberg-Bericht, wonach der Konsum- und Industriegüterkonzern den Verkauf seines Bereichs medizinische Einwegprodukte prüft. Der Bericht berief sich dabei auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Der Wert des Sektors werde auf rund 1 Milliarde US-Dollar geschätzt.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 65,35

Die Titel von Ulta Beauty schossen um 11,1 Prozent nach oben. Das Kosmetikunternehmen hatte starke Quartalszahlen vorgelegt. Zudem wurde der Ausblick angehoben. Uber rutschten um 2,8 Prozent ab. Auf die Stimmung für die Aktie dürfte gedrückt haben, dass der Fahrdienstvermittler in den USA laut seinem neuesten Sicherheitsbericht innerhalb von zwei Jahren fast 6.000 Fälle sexueller Gewalt registriert hat. Die Fälle sexueller Gewalt und Übergriffe machten 0,00002 Prozent aller vermittelten Fahrten aus, so Uber weiter.

Deutlich nach oben ging es mit den Ölpreisen. Auf dem Opec-Plus-Treffen in Wien hatte Russland zunächst Widerspruch eingelegt gegen die Absprache vom Vortag unter den Opec-Staaten, die Ölförderung um 500.000 Barrel täglich im ersten Quartal 2020 zu senken. Dann aber hat Russland aber doch seine Zusage gegeben, möglicherweise weil man sich in der Verteilung der Kürzungsanteile zwischen den einzelnen Ländern geeinigt hat. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI legte um 1,1 Prozent auf 59,05 Dollar zu. Brent verteuerte sich um 1,4 Prozent auf 64,27 Dollar.

Quelle: ntv.de, jpe/rts/DJ