Marktberichte

Anleger agieren mit Vorsicht Asien-Börsen blicken auf die Fed

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(Foto: REUTERS)

In der verkürzten Handelswoche halten sich Anleger an den ostasiatischen Märkten zurück. Die Händler warten auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank und Konjunkturdaten aus China.

Die Börsen in Fernost haben am Mittwoch leichte Kursverluste verbucht. Der MSCI-Index für die asiatischen Aktienmärkte ohne Japan lag 0,4 Prozent im Minus. Viele Anleger hielten sich mit Käufen zurück. Das Augenmerk der Investoren richtete sich insbesondere auf die Sitzung der US-Notenbank. Ökonomen gingen davon aus, dass die Fed ihr Programm zum Aufkauf von Anleihen im Laufe des Tages weiter zurückfahren dürfte. Zudem warteten die Anleger auf US-Arbeitsmarktdaten am Freitag.

In Tokio gab der Nikkei-Index anfängliche Gewinne nach einem Feiertag weitestgehend wieder ab und ging mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 14.304 Punkte aus dem Handel. Zunächst hatten optimistische Geschäftsprognosen einiger heimischer Unternehmen sowie Gewinne an der Wall Street die Stimmung aufgehellt.

Gefragt waren insbesondere Kyocera-Aktien, die 3,4 Prozent zulegten. Der Handy-Zulieferer hatte sich zuversichtlich über die Aussichten für das im März 2015 zu Ende gehende Geschäftsjahr geäußert. Dies galt auch für Mitsubishi Electric -Papiere, die 3,1 Prozent gewannen. Autoaktien standen ebenfalls auf den Einkaufslisten. Ermutigende Quartalszahlen unter anderem vom US-Pharmakonzern Merck & Co hatten zuvor der Wall Street Kursgewinne gebracht.

Wie erwartet hält die japanische Zentralbank weiter an ihrer äußerst lockeren Geldpolitik fest. Die Bank von Japan (BoJ) beschloss am Mittwoch, den Kauf von Wertpapieren in Höhe von jährlich 60 bis 70 Billionen Yen (425 bis 496 Milliarden Euro) fortzusetzen. Die Währungshüter wollen so die Inflationsrate an die Marke von zwei Prozent bringen. Japan steckt seit rund 15 Jahren in einer Deflation, einer Spirale aus fallenden Preisen, die die Wirtschaft lähmte.

Die japanische Industrieproduktion ist im März um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat gestiegen. Damit blieb die Industrieproduktion vor der im April in Kraft getretenen Umsatzsteuererhöhung zwar in etwa stabil. Von Reuters befragte Experten hatten aber mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet.

Auch Daten aus China konnten die Stimmung nicht aufhellen: Ein der Regierung unterstehendes Institut senkte die Prognose für das Wirtschaftswachstum 2014. Wie staatliche Medien am Mittwoch berichteten, gehe das Institut nun von einem Wachstum von 7,4 Prozent aus. Das Wachstum könne sogar bis auf sieben Prozent sinken, warnten die Forscher. Überkapazitäten und die hohe Verschuldung der Gemeinden und Kommunen könnten die Entwicklung der Anlageinvestitionen verlangsamen. Offizielles Wachstumsziel der Regierung ist 7,5 Prozent.

Die höchsten Verluste an den Börsen in Fernost verbuchte der Hang Seng Index in Hongkong mit einem Minus von knapp 1,3 Prozent. Investoren realisierten Gewinne, nachdem der Index am Vortag kurz vor Handelsschluss noch ein Prozent zugelegt hatte. In Taiwan büßte der Index 0,9 Prozent ein.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

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