Marktberichte

Eine Bank muss herhalten Citi berauscht die Wall Street

2014-04-10T155439Z_782409884_GM1EA4A1UBV01_RTRMADP_3_MARKETS-STOCKS.JPG5905222993045080105.jpg

"Bei der Citigroup hatte man eher mit einer negativen Überraschung gerechnet."

(Foto: REUTERS)

Wie sehr die US-Anleger nach Kaufimpulsen dürsten, zeigt der Start in die neue Handelswoche: Allein die überraschend positiv ausgefallenen Zahlen einer Großbank reichen aus, um die Kurse auf breiter Front anzuschieben. Aber warnende Stimmen bleiben.

Die Quartalsbilanz der Citigroup und Zahlen von den US-Einzelhändlern haben am Montag an der Wall Street für eine Erholung gesorgt. Investoren verfolgten aber die Lage in der Ukraine weiter aufmerksam, weil dort zwischen prorussischen Kräften im Osten des Landes und der Übergangsregierung in Kiew ein militärischer Konflikt droht. Investmentexperte Jack de Gan von Harbor Advisory sagte, das mögliche Eingreifen Russlands gebe Anlass zur Sorge. "Das wäre für den Markt ein Grund für eine weitere Kurskorrektur."

Der Dow Jones Industrial Index ging mit einem Plus von 0,9 Prozent bei 16 173 Punkten aus dem Handel, nachdem er in der Vorwoche um 2,35 Prozent abgesackt war. Der S&P-500 kletterte um 0,8 Prozent auf 1831 Punkte nach oben. Der Technologieindex Nasdaq 100 gewann 0,8 Prozent auf 3475 Punkte. In Frankfurt schloss der Dax 0,3 Prozent fester bei 9339 Punkten.

Einzelhandel und Citigroup

Für Optimismus sorgten in New York die Zahlen vom Einzelhandel: Die Unternehmen steigerten ihren Umsatz im März mit 1,1 Prozent zum Vormonat so stark wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr. Analysten hatten mit einem Plus von 0,8 Prozent gerechnet.

Auf der Gewinnerseite standen die Citi-Papiere: Die Bank übertraf mit ihrem Gewinn die Erwartungen der Analysten und legte an der Börse um 4,4 Prozent zu. An der Wall Street waren zuletzt Sorgen aufgekommen, weil der US-Branchenprimus JPMorgan Chase einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen musste und dabei die Markterwartungen verfehlte. Dies führte zu Befürchtungen, der Jahresauftakt könnte auch bei anderen Banken schwächer als üblich gelaufen. Von der Citi-Bilanz profitierten auch andere Finanztitel: Der entsprechende S&P-Index stieg um 0,8 Prozent.

Titel von WebMD schossen gut 16 Prozent in die Höhe. Das Gesundheitsportal wartete mit einem optimistischen Ausblick auf.

Die Papiere von Herbalife kletterten um 4,4 Prozent nach oben. Die Aktie war Ende vergangener Woche nach Meldungen unter Druck geraten, wonach der Nahrungsergänzungsspezialist mit einer Untersuchung der US-Behörden konfrontiert sei. Inzwischen sagte das Unternehmen, ihm sei nichts Derartiges bekannt.

Google gab den Kauf des Solardrohnenherstellers Titan Aerospace bekannt. Das Start-up beschäftigt derzeit 20 Mitarbeiter. Ein Kaufpreis war bisher nicht bekannt. Google-Papiere legten rund 0,4 Prozent zu.

Quelle: ntv.de, mmo/badDJ/dpa/rts