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Fed könnte die Erholung beenden Dax-Anleger bleiben verhalten

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Die Fed dürfte ihre expansive Geldpolitik beibehalten, die Geldflut aber allmählich bremsen.

(Foto: REUTERS)

Vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed bewegt sich der deutsche Aktienmarkt zwar, aber nur moderat. Anleger warten mit Spannung, ob die Währungshüter unter ihrer neuen Chefin Janet Yellen die monatlichen Wertpapierkäufe weiter zurückfahren.

Gestern Putin, heute die Federal Reserve: Hatte am Dienstag noch der russische Präsident Wladimir Putin mit "Liebesgrüßen" aus Moskau die Börsen befeuert, so richtet sich der Blick der Investoren zur Wochenmitte schon wieder auf die US-Notenbank. Die heiß gehandelten Fragen der Anleger sind: Drosselt die Fed die Anleihekäufe auch im April erneut um weitere 10 Milliarden US-Dollar? Ändert sie die Prognosen für Inflation und Wachstum?

Die Anleger bekommen erst nach der Fed-Sitzung am Abend auf diese Fragen Antworten. Am deutschen Aktienmarkt blieben die Investoren deshalb nach drei starken Börsentagen zurückhaltend. Der Dax notierte rund 0,4 Prozent stärker bei 9.277 Punkten. Der MDax gewann 0,1 Prozent auf 16.444 Zähler. Der TexDax legte rund 0,2 Prozent auf 1256 Punkte zu.

"Es zweifelt eigentlich niemand daran, dass die Fed ihre Wertpapierkäufe weiter zurückfährt. Interessant wird jedoch, ob es auf der Pressekonferenz irgendwelche Hinweise auf den Zeitpunkt einer möglichen Zinserhöhung geben wird", sagte ein Händler. Die extrem lockere Geldpolitik der Fed gilt als wichtige Stütze der internationalen Aktienmärkte.

Bislang rechnen die Märkte nicht vor Sommer 2015 mit einer Anhebung der Zinsen, die bereits seit Ende 2008 auf dem Rekordtief von null bis 0,25 Prozent liegen. Mit der Verringerung ihrer Wertpapierkäufe hat die Fed bereits zu Jahrsanfang begonnen. Sie kauft derzeit noch Wertpapiere im Volumen von 65 Milliarden Dollar pro Monat, um die Wirtschaft anzukurbeln. Im Herbst soll das Programm laut Fed-Chefin Janet Yellen auslaufen, falls sich der Aufschwung gefestigt hat.Händler feiern BMW-Pläne in 2014

Zukunftspläne beflügeln BMW-Aktien

Die Anleger hatten aber auch Unternehmensnachrichten auf dem Zettel. Nach schwach ausgefallenen Quartalszahlen des US-Kontrahenten Oracle richtete sich der Fokus unter anderem auf SAP. Die Aktien verbilligten sich zunächst um fast ein Prozent, gingen am Ende aber rund 0,1 Prozent stärker aus dem Handel. Es habe sich kein größerer Druck auf die Papiere aufgebaut, da Oracle vor allem unter Wechselkurseinflüssen in Venezuela gelitten habe, erklärten Händler.

Größter Gewinner im Dax waren BMW. Die Papiere legten um 7,3 Prozent zu. Der Autobauer will trotz Rekordzahlen in 2013 auch in diesem Jahr weiter neue Bestmarken setzen. Das Konzernergebnis vor Steuern soll 2014 deutlich zulegen: "Wir blicken mit Zuversicht in das Geschäftsjahr 2014", sagte Konzernchef Norbert Reithofer. Der Auftakt sei bereits gelungen. In den ersten beiden Monaten habe der Konzern weltweit rund 274.000 Autos verkauft. "Das ist der bisher beste Start in ein neues Jahr."

Die Aktien von HeidelbergCement wurden dagegen abgestraft und gaben um 1,8 Prozent nach. Die Schuldenlast ist weiter gewachsen. Außerdem liegt die vorgeschlagene Dividende von 0,60 Euro je Aktie laut einem Händler um 20 Cent unter der Markterwartung.  "Die Anleger haben bei der Dividende mehr erwartet," sagte ein Händler. Papiere der Hamburger Kupferschmelze Aurubis gewannen dagegen am Ende 0,8 Prozent, nachdem sie in der Spitze über 3,0 Prozent zugelegt hatten. Laut Händlern hat Goldman Sachs die Aktie auf eine Kaufliste genommen.

Im MDax erwischten auch Krones einen guten Tag und gewannen 3,7 Prozent. Der Maschinenbauer hat seinen Gewinn im vergangenen Jahr nahezu verdoppelt. Die Anleger können nun mit einer Dividende von zwei Euro je Anteilsschein rechnen, die Hälfte davon stammt aus dem Verkaufserlös eigener Aktien. Auch bei Wacker Chemie griffen die Anleger zu. Die Aktien rückten um 3,5 Prozent vor und gehörten damit zu den stärksten MDax-Werten. Man habe Vertrauen in Wackers Wettbewerbsfähigkeit, hieß es in einem Kommentar der Credit Suisse. Die Analysten setzten die Aktien hoch auf "Neutral" von "Underperform".

Quelle: n-tv.de, ddi/hvg/DJ

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