Marktberichte

Feuerwerk im TecDax Dax hängt am Tropf der Wall Street

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Der deutsche Aktienmarkt zieht seine Kraft derzeit aus der guten Stimmung an den US-Börsen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Den Anlegern in Europa fehlt derzeit etwas der Mut. Seit Wochenbeginn richten sich die Augen auf die US-Börsen - vor allem auf den S&P 500. Dessen Spiel mit neuen Rekorden lockt Investoren. Ordentlich Bewegung ist derzeit in der dritten Reihe.

Der deutsche Aktienmarkt hat sich auch am dritten Handelstag der Woche an die US-Börsen gebunden. Die positiven Signale aus New York zogen die Indizes zumindest aus den gröbsten Depressionen. Allerdings tun sich Investoren derzeit schwer mit Zukäufen. Der Dax verlor 0,2 Prozent auf 9662 Punkte. Der MDax büßte 0,4 Prozent auf 16.854 Stellen ein. Der TecDax sank 0,1 Prozent auf 1269 Zähler. Der Eurozonen Leitindex Eurostoxx 50 schloss 0,1 Prozent tiefer bei 3153 Punkten.

Wenig Impulse gingen vom überraschend guten Konsumklima aus. Für den März rechnen Experten des GfK-Forschungsinstituts mit der besten Verbraucherstimmung seit sechseinhalb Jahren.

Das Geschehen an den europäischen Börsen wird momentan stark durch die Wall Street beeinflusst. Dabei schauen Händler vor allem auf den S&P-500-Index, der nahe an der wichtigen 1.850er-Marke notiert. Sollte dieser breite US-Index an dieser Marke scheitern, dürften auch die Börsen in Europa erst einmal abtauchen.

Lanxess mistet aus

Im Dax klettern allen voran K+S und legten 1,6 Prozent zu. Der Chef des kanadischen Kali-Produzenten Potash erwartet nach eigenem Bekunden eine Wiederannäherung der beiden osteuropäischen Branchengrößen Uralkali und Belaruskali.

Infineon stiegen 1,4 Prozent. Das Unternehmen gewinnt im Schlepptau deutlicher Kursgewinne von STMicroelectronics. Die in Mailand und Paris gelisteten Titel des Rivalen legten zeitweise 3,6 Prozent zu. Händlern zufolge hat das STM-Management in einer Präsentation angedeutet, dass es in Europa Zeichen der Stabilisierung gibt. Das sei positiv zu werten, erklärte ein Börsianer.

BASF verteuerten sich um 0,9 Prozent. Commerzbank zogen 0,4 Prozent an. Die HSBC hat den Coba-Titel auf "Overweight" von "Neutral" gesetzt.

Abgestraft werden am anderen Ende die beiden Energietitel Eon, vor allem aber RWE. "Der Gehaltsverzicht ist negativ", sagt ein Händler zu RWE. Die Vorstände verzichten auf 500.000 Euro Gehalt, die AT-Angestellten bekommen keine Gehaltserhöhung. "Damit stellt sich die Frage nach der Dividende", sagt ein Marktteilnehmer. Für diese sei die Entwicklung nicht förderlich. RWE hat fürs vergangene Jahr zwar bereits eine Halbierung auf einen Euro angekündigt. "Nun wird aber die Erwartung leicht steigender Dividenden in der Zukunft angezweifelt", sagt der Marktteilnehmer. Für das Papier ging es 4,2 Prozent hinab.

Lanxess sanken um 2,7 Prozent zurück. Der Chemiekonzern erwartet für das Gesamtjahr einen Verlust von 159 Millionen Euro. Grund sind millionenschwere Abschreibungen im vierten Quartal. Ein Händler weist zudem darauf hin, dass die in Aussicht gestellte Dividende von 50 Cent je Aktie zwanzig Cent niedriger sei als Analysten im Schnitt erwartet hatten.

Der Kursrückschlag könnte sich nach Ansicht eines anderen Händlers aber auch als Kaufgelegenheit entpuppen. Im Umfeld des Vorstandswechsels werde in einer Art "Kitchen Sinking" der Weg für eine Wende bereitet. Nun kämen erst einmal alle denkbaren Belastungsfaktoren auf den Tisch.

Schwächer werden erneut die beiden Fresenius-Titel gehandelt, die bereits am Vortag nach Zahlen kräftig Federn lassen mussten. Hinzu kommt eine Abstufung durch UBS für FMC.

SMA Solar mit neuem Ankeraktionär

In der zweiten Reihe legten Airbus 1,2 Prozent zu. Der Luftfahrtkonzern sieht sich angesichts des Booms im Geschäft mit Passagierjets auf Kurs zu seinen Renditezielen. Gesucht wurden angesichts der Spekulationen über einen steigenden Zuckerpreis Südzucker. Am Ende stand ein Plus von 2,4 Prozent zu Buche. Auf den Kauflisten fanden sich derweil Norma und ProSiebenSat1 ganz oben.

Einmal mehr war ordentlich Bewegung im TecDax: Vor allem Wirecard erwischten vor dem Hintergrund der Kapitalerhöhung einen schwachen Tag und verbilligen sich 3,1 Prozent. Das Unternehmen hat 11,2 Millionen neue Aktien über Nacht am Kapitalmarkt platziert. Finanzkreisen zufolge hat das Unternehmen mit der Kapitalerhöhung knapp 367 Millionen Euro eingenommen. Die neuen Papiere seien zu je 32,75 Euro platziert worden. Das ist ein Abschlag von 3,5 Prozent zum Xetra-Schlusskurs vom Vortag. Das Unternehmen will das Geld in seine weitere Expansion stecken.

Dagegen schossen SMA Solar um 13,1 Prozent in die Höhe. Das Unternehmen kauft das Geschäft mit Wechselrichtern von der dänischen Danfoss. Im Gegenzug übernimmt Danfoss 20 Prozent der SMA-Aktien. Die Dänen haben sich verpflichtet, zwei Jahren lang weder weitere SMA-Aktien zu kaufen noch solche zu verkaufen. Damit wird Danfoss zum Ankeraktionär für SMA Solar.

Nordex gewannen nach einer Kaufempfehlung 8,4 Prozent. Begründet wird dies mit vermutlich starken Zahlen für das Geschäftsjahr 2013. Nordex will am Freitag seine vorläufige Bilanz veröffentlichen. Die Analysten rechnen nicht damit, dass der deutsche Windkraftmarkt schrumpft. Die Senkung der staatlichen Förderung sei für Nordex zu verkraften.

Die Papiere des Telekomdienstleisters QSC verteuern sich um 6,5 Prozent. Das Unternehmen erhöht die Dividende um einen Cent auf 10 Cent je Aktie. Kräftig aufwärts ging es nach der Anhebung der Dividende sowie der in Aussicht gestellten Sonderausschüttung für Xing. Der Titel des Karrierenetzwerkes legt 6,3 Prozent zu.

Quelle: n-tv.de, jwu/DJ/rts/dpa

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