Marktberichte

Dow weiter mit Verlusten Dax rettet sich gerade so über 12.000 Punkte

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(Foto: picture alliance / dpa)

Im Minus gestartet, steil nach oben geschossen und am Ende doch noch ins Wanken geraten: Der Dax beschließt einen ereignisreichen Handelstag versöhnlich mit einem leichten Gewinn. Während aus Europa positive Impulse kommen, machen die USA etwas Sorgen.

Der Dax hat nach einem bewegten Handelstag am Ende leicht im Plus geschlossen. Los ging es mit Verlusten, positive Einkaufsmanager-Indizes (PMIs) aus Europa trieben den Dax dann aber kräftig nach oben, am Nachmittag sorgte die schwächelnde Wall Street jedoch für einen spürbaren Dämpfer.

Enttäuschende Daten vom US-Arbeitsmarkt und der nachfolgend etwas erholte Euro hatten den deutschen Leitindex im Tagesverlauf einige Punkte gekostet. Insgesamt spielten die Geldspritzen der Notenbanken, die seit Monaten schwache Gemeinschaftswährung und fehlende Anlagealternativen den Optimisten aber weiter in die Karten.

Für die Kurserholung am Vormittag sorgten die besser als erwartet ausgefallenen Einkaufsmanager-Indizes für die EU und Deutschland. Der deutsche Leitindex hatte sich deutlich von seinem Tagestief nach oben gelöst und stieg zwischenzeitlich sogar wieder über die Marke von 12.100 Punkten. Der EU-PMI stieg auf 52,2 im März nach 51,0 im Februar. Damit untermauert er das Bild einer sich beschleunigenden Konjunkturerholung in Europa. Der deutsche PMI stieg auf 52,8 nach 51,1 im Februar.

In China pendelten die PMI-Daten um die Nulllinie und gaben keine klaren Signale. "Die Daten werden nur in Asien positiv interpretiert, da sie auf weitere geldpolitische Lockerungen in China schließen lassen", sagte ein Händler. In Japan machte dagegen der Tankan-Bericht Sorgen: Er zeigte, dass die Investitionen der Unternehmen gebremst sind.

Deutschland: ThyssenKrupp mit Abstand an der Dax-Spitze

Der Dax schloss am Ende mit noch 0,3 Prozent im Plus auf 12.001Punkten - sein Tageshoch hatte er bei 12.113 Zählern markiert. Für den MDax geht es deutlicher nach oben, er stieg 0,8 Prozent auf 20.841 Zähler. In der Verlustzone fand sich der TecDax wieder, der 0,1 Prozent auf 1614 Punkte abgab, für den Euro-Stoxx-50 ging es 0,5 Prozent nach oben auf 3716 Punkte.

Thyssenkrupp
Thyssenkrupp 4,35

Bei den Einzelwerten standen im Dax auch am Ende des Handelstages ThyssenKrupp ganz oben, die 2,0 Prozent auf 24,88 Euro zulegten. Die Analysten der Societe Generale sind bullisch für die Aktie und haben ein Kursziel von 33,50 Euro auf ihre Kaufempfehlung geschrieben. Dies bedeutet ein Aufwärtspotenzial von gut 35 Prozent. Dabei stellen die Analysten heraus, dass der Beitrag des Stahlgeschäftes operativ auf 30 Prozent gefallen ist, nachdem er die vergangenen 10 Jahre noch 50 Prozent betrug.

Neu im MDax ist die Aktie von CTS Eventim, sie handelte 0,4 Prozent fester. Für CTS ist die Aktie der Immobiliengesellschaft Westgrund in den SDax aufgestiegen, sie notierte 0,6 Prozent leichter. Damit ist ein weiteres Unternehmen aus der florierenden Immobilienbranche im Index vertreten.

Einen Einbruch erlebt im TecDax die Aktie von Jenoptik, die um 4,4 Prozent nachgab. "Der Markt scheint den Umfang der Aktienplatzierung zu unterschätzen", sagte ein Händler. Am Vorabend war eine Platzierung von rund 10,5 Prozent der Jenoptik-Aktien angekündigt worden. Die ECE Industriebeteiligungen GmbH trennt sich von ihrer Beteiligung. Die sechs Millionen Inhaberstammaktien sollen dicht unter Schlusskurs über ein beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren platziert werden.

USA: Wall Street kommt nicht aus den Miesen

Dow Jones
Dow Jones 28.725,51

Mit Verlusten ist die Wall Street in das zweite Quartal gestartet und setzt damit die Abwärtstendenz des Vortages fort. Erneut geben US-Konjunkturdaten den entscheidenden Fingerzeig für die weitere Richtung des Marktes. Schon vor der Startglocke wurde der ADP-Arbeitsmarktbericht für März veröffentlicht, der als erste Indikation für den am Freitag anstehenden offiziellen US-Arbeitsmarktbericht gilt. Und dieser blieb mit einem Stellenaufbau von 189.000 gegenüber dem Vormonat erstmals seit über einem Jahr unter der Marke von 200.000 neuen Jobs. Analysten hatten hier ein Plus von 225.000 Jobs vorausgesagt.

Nach dem ADP-Bericht ist auch der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe aus den USA unter den Erwartungen geblieben. Der Index ist im März auf 51,5 von 52,9 Punkten gefallen. Analysten hatten einen Rückgang auf nur 52,5 erwartet. Es war der fünfte Rückgang in Folge.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,4 Prozent tiefer bei 17.698 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor ebenfalls 0,4 Prozent auf 2059 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank 0,4 Prozent auf 4880 Punkte.

Auf Unternehmensseite haussierten Dyax dagegen um 53,7 Prozent. Das Unternehmen hatte überzeugende Ergebnisse einer Medikamentenstudie bekannt gegeben. Die US-Gesundheitsbehörde FDA wird daher die Zulassung im beschleunigten Verfahren prüfen. Hewlett-Packard legten um 0,4 Prozent zu. Die Analysten von Jefferies empfahlen die Titel zum Kauf. Gleiches galt auch für Twitter, die Titel erhöhten sich um 0,8 Prozent.

Rohstoffe: Ölpreise ziehen wieder etwas an

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 87,56

Die Ölpreise erholen sich nach den deutlichen Abgaben am Dienstag, gestützt vom etwas schwächeren Dollar. Die Blicke des Marktes sind aber weiter nach Lausanne gerichtet, wo die Gespräche über das iranische Atomprogramm auch nach Ablauf der selbst gesetzten Frist in der Nacht zum Mittwoch weitergehen. Sollte es zu einer Einigung kommen, könnten bestehende Sanktionen gegen den Iran gelockert oder gar aufgehoben werden, wodurch sich die Ölexporte des Landes drastisch ausweiten könnten. Dies könnte das bestehende Überangebot bei Rohöl weiter verschärfen.

Ein Barrel der US-Sorte WTI verteuerte sich um 5,2 Prozent auf 50,09 Dollar - es war der höchste Preissprung seit Anfang Februar. Für Brent ging es um 3,6 Prozent aufwärts auf 57,10 Dollar.

Gold, Feinunze
Gold, Feinunze 1.669,60

Der Goldpreis legt mit dem etwas schwächelnden Greenback leicht zu auf 1193 Dollar je Feinunze, womit neun Dollar mehr bezahlt werden müssen als noch am Vortag. Hier sind die Blicke schon auf den US-Arbeitsmarktbericht für März am Freitag gerichtet. "Es ist ungewöhnlich, dass ein einzelnes Konjunkturdatum so stark im Fokus steht, doch der US-Arbeitsmarktbericht dürfte entscheidend für die weitere Richtung des Goldmarktes sein", sagt Analyst Howie Lee von Phillip Futures.

Denn sollte der Bericht stark ausfallen, dürfte dies die US-Notenbank bestärken, die Zinsen schon bald zu erhöhen, was wiederum schlecht für Gold wäre, das keine Zinsen abwirft. Ein schwacher Bericht dürfte dagegen die Fed-Notenbanker dazu bewegen, sich mit einer ersten Zinserhöhung Zeit zu lassen - es wäre eine gute Nachricht für Gold.

Asien: Börsen fehlt die Richtung

An den ostasiatischen Börsen ist einmal mehr keine einheitliche Tendenz auszumachen. Während Hoffnungen auf eine neuerliche Zinssenkung der People's Bank of China (PBoC) den chinesischen Börsen Auftrieb geben, lasten auf den japanischen Aktien negative Vorgaben aus den USA, ein schwächerer Dollar und der enttäuschende Tankan-Bericht der Bank of Japan. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans bewegte sich kaum.

Der Nikkei schloss mit einem Minus von 0,9 Prozent auf 19.034 Punkte. Der breiter aufgestellte Topix gab ebenfalls 0,9 Prozent auf 1528 Zähler nach. Aus dem Tankan-Bericht geht hervor, dass sich die Stimmung unter den großen japanischen Unternehmen des produzierenden Gewerbes im März nicht aufgehellt hat.

Kräftig nach oben geht es unterdessen an den chinesischen Börsen. In Schanghai gewinnen die Aktienkurse im Schnitt 1,4 Prozent und in Hongkong 0,7 Prozent. Der S&P/ASX-200 in Sydney verliert 0,5 Prozent. Hier lasten fallende Eisenerzpreise auf dem Bergbausektor.

Quelle: ntv.de, kst/jwu/rts/DJ

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