Wirtschaft
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Dienstag, 13. März 2018

Trump feuert Rex Tillerson: Dow Jones zieht den Kopf ein

Der überraschende Wechsel im US-Außenamt löst im New Yorker Aktienhandel verunsicherte Reaktionen aus: Der ruppige Rauswurf des früheren Exxon-Chefs drückt die Kurse teils tief ins Minus. Börsianer fürchten eine verschärfte handelspolitische Linie.

Die Entlassung von Außenminister Rex Tillerson durch US-Präsident Donald Trump hat die Stimmung an der Wall Street belastet. Tillersons Nachfolger Mike Pompeo sei in Fragen des Handels und der Außenpolitik ein harter Hund, sagte der Börsenexperte Jim Awad von Hartland & Co in New York. "Es gibt nun niemanden, der eine ausgleichende Wirkung auf Trump hat."

Der Dow-Jones-Index schloss 0,7 Prozent tiefer bei 25.007 Punkten. Zum Handelsschluss in Frankfurt hatte er nur knapp im roten Bereich gelegen und war dann bis auf 24.947 Stellen abgesackt. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,6 Prozent auf 2765 Zähler nach. An der Technologiebörse Nasdaq verlor der Composite-Index rund 1,0 Prozent auf 7511 Stellen.

Wie der Börsen-Tag in Europa lief, können Sie hier nachlesen.

Tillersons Nachfolger Pompeo gilt als stramm konservativ und liegt ganz auf der harten Linie von Präsident Trump, was den Iran und Nordkorea angeht - zwei geopolitische Krisenherde, die die Finanzmärkte immer wieder belasten können. "Vielleicht wittern einige Anleger jetzt härteren Gegenwind aus den USA, sowohl handelspolitisch wie auch in Sachen Außenpolitik", schrieb Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets.

Im New Yorker Aktienhandel machten Anleger vor allem bei den in diesem Jahr bislang stark gelaufenen Technologiewerten Kasse. Die Aktien von Microsoft verloren 2,5 Prozent. Für die Papiere der Google-Mutter Alphabet ging es um 2,2 Prozent nach unten. Facebook-Aktien gaben 1,5 Prozent nach.

Im frühen Handel hatten die Kurse noch zugelegt. Börsianer hatten sich zunächst erleichtert gezeigt, dass die gute US-Konjunktur und die niedrige Arbeitslosigkeit bislang nicht in einen starken Inflationsdruck mündet. Die US-Verbraucherpreise kletterten im Februar um 2,2 Prozent. Ohne die stark schwankenden Preise für Energie und Lebensmittel waren es 1,8 Prozent. Experten zufolge spricht das dafür, dass die Notenbank Fed ihren Leitzins in diesem Jahr nur drei Mal anheben wird.

Bei den Unternehmen standen Qualcomm und Broadcom im Fokus, nachdem Trump die 117 Milliarden Dollar schwere Fusion der beiden Chip-Hersteller blockierte. Ein solcher Deal kann Trump zufolge der nationalen Sicherheit der USA schaden. Profitieren könnte davon der Konzern Intel, dem das "Wall Street Journal" zuletzt ein Interesse an Qualcomm nachgesagt hatte. Qualcomm-Aktien fielen um knapp fünf Prozent, Broadcom gaben 0,6 Prozent nach. Die Anteilsscheine von Intel gewannen 0,5 Prozent.

Unter Druck standen erneut General Electric, die 4,4 Prozent auf 14,43 Dollar verloren. Vor einem Jahr hatten sie noch mehr als das Doppelte gekostet. Die Bank JP Morgan hatte zuletzt ihre Verkaufsempfehlung für die Aktie bekräftigt und das Kursziel von 14 auf 11 Dollar gesenkt. Die Analysten begründeten dies unter anderem damit, dass GE in einem volatilen Marktumfeld "keine sichere Anlage" sei.

Steigende Unsicherheit

Der Euro hielt sich angesichts der Turbulenzen in Washington am Abend knapp unter 1,24 US-Dollar und kostete zuletzt 1,2387 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,2378 (Montag: 1,2302) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8079 (0,8129) Euro.

Am US-Rentenmarkt profitierten richtungweisende zehnjährige Staatsanleihen von der wieder gestiegenen Unsicherheit am Aktienmarkt und gewannen 7/32 Punkte auf 99 6/32 Punkte. Ihre Rendite fiel entsprechend auf 2,843 Prozent.

Quelle: n-tv.de