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Wall Street gibt Gewinne ab Erst neue Rekorde, dann waltet Vorsicht

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Am Ende setzte sich an der Wall Street die Vorsicht durch.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Handelstag startet mit viel Optimismus, die Indizes in den USA erreichen neue Höchststände. Doch dann kommen Zweifel auf, die auch der Fed-Chef nicht zerstreut.

Die Wall Street hat sich uneinheitlich gezeigt. Zwar wurden zu Handelsbeginn neue Allzeithochs erreicht, doch ließen die Anleger im weiteren Handelsverlauf Vorsicht walten angesichts der Hängepartie im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Für Bewegung sorgten Unternehmensmeldungen, die teilweise enttäuschend ausfielen, so etwa von Home Depot. Auch Äußerungen des New Yorker Fed-Präsidenten drückten etwas auf die Stimmung.

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Der Dow-Jones-Index gab 0,4 Prozent nach auf 27.934 Punkte. Der S&P-500 schloss 0,1 Prozent leichter bei 3.120 Punkten, während der Nasdaq-Composite 0,2 Prozent zulegte auf 8.571 Punkte. Den 1.446 (Montag: 1.267) Kursgewinnern an der NYSE standen 1.506 (1.674) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 101 (108) Aktien.

Mit Blick auf die US-chinesischen Handelsgespräche bleiben die Anleger tendenziell optimistisch, auch wenn die Zeit für eine Einigung langsam ausläuft, bevor Mitte Dezember die Einführung neuer US-Strafzölle auf chinesische Importe anstehen. Als Zeichen des guten Willens wurde bereits am Vortag die Ankündigung der US-Regierung interpretiert, die es US-Unternehmen für weitere 90 Tage ermöglicht, Geschäfte mit Huawei zu tätigen.

US-Präsident Donald Trump drohte China indessen mit höheren Zöllen, sollte es nicht zu einer Einigung kommen. "Wenn wir kein Abkommen erzielen, werde ich die Zölle einfach noch weiter anheben", sagte Trump während einer Kabinettssitzung.

Derweil hatte sich der New Yorker Präsident der Fed, John Williams, zurückhaltend zur Entwicklung der US-Wirtschaft geäußert. Diese sehe sich klar mit mehreren Herausforderungen konfrontiert, vor allem aus Übersee, so Williams. Die drei Zinssenkungen seit Juli sollten jedoch dazu beitragen, das Wirtschaftswachstum aufrechtzuerhalten. Der Fed-Präsident sieht vor allem Gegenwind durch ein langsameres globales Wachstum, Unsicherheiten im Handel und verhaltenen Inflationsdruck. Aufgrund dieser globalen Faktoren "beginne das Wachstum in den USA sich zu verlangsamen", sagte der Notenbanker. Neue Konjunkturdaten vom Dienstag zeigten indessen, dass in den USA die Neubautätigkeit angezogen hat.

Kohl's Corp brechen ein

Home Depot sackten um 5,4 Prozent ab. Das Unternehmen hatte beim Ergebnis einen Rückgang um 3 Prozent zu verkraften und die Umsatzprognose gesenkt. Als Grund nannte es den Zeitpunkt gewisser Investitionen. Einige positive Auswirkungen aus den Investitionen habe man für 2019 erwartet, diese würden sich nun aber zeitlich verzögern. Kohl's Corp fielen zweistellig, nachdem der Betreiber von Warenhäusern seine Prognose für das bereinigte Ergebnis herabgestuft hatte. Die Aktie stürzte um 19,5 Prozent ab. Im Schlepptau fielen Macy's um 10,9 Prozent und Nordstrom um 6,3 Prozent.

Die Boeing-Aktie schloss 0,7 Prozent leichter, nachdem sie zunächst relative Stärke gezeigt hatte. Der Flugzeugbauer steht offenbar kurz davor, einen zwei Jahre alten und stornierten Großauftrag der Fluggesellschaft Emirates für 787 Dreamliner wieder auf die Bücher zu bekommen. Noch diese Woche könne der Auftrag auf der Luftfahrtmesse in Dubai wieder erteilt werden, berichten mehrere Informanten. Nachdem das National Transportation Safety Board (NTSB) jedoch ein "robusteres Redesign" der Triebwerksstruktur und ihrer Komponenten für die Boeing-Maschine vom Typ 737-700 empfohlen hatte, gab die Aktie deutlich nach.

Die Aktie des Arzneimittelherstellers Medicines sprang um 19,7 Prozent in die Höhe. Laut einem Medienbericht hat der Schweizer Pharmakonzern Novartis mit Medicines Gespräche wegen einer Übernahme geführt. Auch andere potenzielle Käufer hätten Interesse geäußert.
Intelsat gaben erneut deutlich nach. Die Aktie knickte um 24,2 Prozent ein. Erst am Vortag gaben die Titel 40 Prozent ab, nachdem sich die US-Regulierungsbehörde (FCC) dafür ausgesprochen hatte, das sogenannte C-Band-Spektrum, das bei der Entwicklung der 5G-Infrastruktur eine wichtige Rolle spielt, in einer öffentlichen Auktion zu veräußern.

Ölpreis geben kräftig nach

Am Devisenmarkt zeigte sich wenig Bewegung. Der Yen gab nach seinem Anstieg am Vortag etwas nach, der Dollar notierte bei 108,54 Yen. Das Pfund kommt nach dem jüngsten Vormarsch etwas zurück und notiert 0,2 Prozent leichter bei 1,2926 Dollar.
Die Vorsicht der Anleger zeigte sich auch bei den "sicheren Assets". Die Zehnjahresrendite fiel mit steigenden Notierungen um 3,4 Basispunkte auf 1,78 Prozent. Die Feinunze Gold legte 0,1 Prozent zu auf 1.473 Dollar.

Die Ölpreise gaben kräftig nach, erneut belasteten Sorgen über ein mögliches Überangebot. Hintergrund ist die anhaltende Skepsis über die weitere globale Wirtschaftsentwicklung. Zudem wird erwartet, dass neue Förderprojekte in Brasilien und Norwegen das Ölangebot im kommenden Jahr weiter erhöhen könnten. Hinweise über die Angebotsentwicklung könnten nach Börsenschluss die API-Daten zu den Rohöllagerbeständen geben. Das Barrel der Sorte WTI verlor 3,3 Prozent auf 55,19 Dollar, Brent fiel um 2,4 Prozent auf 60,94 Dollar das Fass.

Quelle: n-tv.de, vpe/DJ

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