Langfristiger Abstieg erwartetEuro hält sich wacker

Europas Gemeinschaftswährung hat erneut mit Verlusten zu kämpfen - der Euro gibt angesichts schwacher Wirtschaftsdaten leicht nach und unterschreitet zunächst die 1,26-Dollar-Marke. Gegen Nachmittag stabilisiert er sich jedoch wieder.
Der Euro ist am Dienstag von schwachen Konjunkturdaten aus Deutschland belastet worden. Zeitweise fiel die Gemeinschaftswährung auf 1,2584 US-Dollar zurück. Bis zum späten Nachmittag konnte sie sich aber auf 1,2630 Dollar erholen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,2607 Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7932 Euro.
Die deutsche Industrie enttäuschte im August sowohl mit rückläufigen Neuaufträgen als auch einer ungewöhnlich schwachen Produktion. Zwar resultiert die Flaute auch aus in diesem Jahr spät liegenden Sommerferien. Die Daten seien aber auch ein Vorgeschmack auf einen "schwierigen Herbst", kommentierte Analyst Mario Gruppe von der NordLB. Einige Bankvolkswirte schließen auch eine neuerliche Rezession nicht mehr aus. Dass die deutsche Wirtschaft schwächelt, zeigen auch neue Prognosen des Internationalen Währungsfonds. In seinem Weltwirtschaftsbericht senkte der IWF seine Erwartungen für dieses und das kommende Jahr deutlich.
Euro bis 2017 weniger als ein Dollar wert?
Ein Abrutschen des Euro unter einen Dollar hält die Deutsche Bank bis 2017 für möglich. Währungsstratege George Saravelos macht dafür in einer Studie unter anderem extrem niedrige Wachstumsraten und einen hohen Kapitalabfluss aus der Euro-Zone verantwortlich. 2017 werde ein Euro nur noch 95 US-Cent kosten, erklärte Saravelos.
Das wäre so wenig wie zuletzt im Sommer 2002. Deutschlands größte Bank ist weltweit der zweitgrößte Devisenhändler. Die Deutsche Bank ist mit ihrer pessimistischen Einschätzung für den Euro nicht allein. Barclays sagt auf Sicht eines Jahres einen Euro von 1,10 Dollar voraus, Goldman Sachs sieht den Euro 2017 bei einem Dollar stehen.