Marktberichte

Enge Handelsspanne Euro bewegt sich wenig

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In der Warteschleife

(Foto: dpa)

Die Deflationsgefahr hält EZB-Chef Mario Draghi in Alarmbereitschaft, doch noch hat er die geldpolitischen Hebel nicht angerührt. Der Markt wartet mit ihm ab.

Der Euro hat sich auch am Freitag über der Marke von 1,38 US-Dollar halten können. Die Gemeinschaftswährung bewegte sich in der Spanne zwischen 1,3830 und 1,3850 Dollar.

Die Europäische Zentralbank (EZB) errechnete bei der Festlegung der täglichen Referenzkurse am Freitagnachmittag einen Wechselkurs von 1,3831 US-Dollar für den Euro. Ein Euro entspricht außerdem 141,05 Yen, 0,82285 Pfund Sterling und 1,2194 Schweizer Franken.

Seit Tagen bewegt sich der Euro in einer vergleichsweise engen Handelsspanne. Konjunkturdaten oder Äußerungen ranghoher Notenbanker konnten sowohl die europäische wie auch die amerikanische Währung immer nur kurzzeitig bewegen. Ob sich daran vor dem Wochenende etwas ändert, ist zumindest zweifelhaft.

EZB-Präsident Mario Draghi hatte am Donnerstag in einer Rede die Bereitschaft bekräftigt, die Notenpresse anzuwerfen, um Deflationsgefahren abzuwenden. Dies könne unter anderem durch ein Wertpapierankaufprogramm in großem Stil erfolgen. Der EZB-Chef verwies erneut darauf, dass der Euro-Kurs in diesem Zusammenhang für die Geldpolitik eine zunehmend wichtige Rolle spiele und Auslöser für ein Handeln der Europäischen Zentralbank sein könne.

Die Großbank HSBC senkte die Prognosen für den Wechselkurs des chinesischen Yuan zum Dollar gesenkt. Das Geldinstitut schätzt, dass ein Dollar am Ende des Jahres 6,14 Yuan kostet. Mit ihrer neuen Schätzung liegt HSBC unter dem Konsens von 6,25. Bislang hatten die Devisenexperten der Bank aber mit nur 5,98 Yuan je Dollar gerechnet. Die chinesische Devisenpolitik dürfte zunächst darauf ausgerichtet bleiben, über einen volatileren Kurs Spekulanten abzuschrecken. Bis das gelinge und das "heiße" Geld wieder abfließe, dürfte aber noch einige Zeit vergehen.

Günstigere Ratings

Derweil geben sich die Ratingagenturen Standard & Poor's (S&P) und Fitch unter dem Strich etwas zuversichtlicher für die Kreditwürdigkeit von Staaten aus dem Euroraum. Die Bewertung des Krisenlands Zypern wurde von S&P am Freitag um eine Stufe auf "B" erhöht, Fitch hob den Ausblick für das Rating ("B-") auf positiv an. Bei beiden Agenturen liegt die Kreditnote klar im sogenannten Ramschbereich, der spekulative Anlagen kennzeichnen soll. Die positiven Ausblicke lassen aber Aufstufungen erwarten - vorausgesetzt, das Land erfüllt weiterhin die Auflagen der internationalen Geldgeber, die Zypern seit dem vergangenen Jahr finanziell stützen.

Die unter Reformdruck stehenden Schwergewichte Frankreich und Italien kommen bei den Bonitätsprüfern ebenfalls etwas besser weg. Fitch hob den Ausblick für Italien von negativ auf stabil an. Begründet wird der Schritt unter anderem mit der etwas besseren Wirtschaftslage, deutlich geringeren Refinanzierungskosten an den Finanzmärkten und der Aussicht auf Wirtschaftsreformen der neuen Regierung. Die Bewertung des Landes liegt mit "BBB+" aber nach wie vor nur drei Stufen über "Ramsch".

Für Frankreich zeigte sich S&P etwas zuversichtlicher, obwohl sich am Rating ("AA") und dem stabilen Ausblick nichts änderte. Die Regierung habe Maßnahmen zur Reduzierung der Arbeitskosten und Unternehmensbesteuerung ergriffen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu verbessern, schreibt S&P. Zudem deuteten staatliche Ausgabenkürzungen darauf hin, dass die zweitgrößte Euro-Volkswirtschaft ihr Haushaltsdefizit schrittweise reduzieren werde. Die Staatsverschuldung bleibe aber hoch und werde bis 2017 noch wachsen.

Quelle: n-tv.de, wne/dpa

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