Marktberichte

Rubel wandert gen Süden Euro erholt sich leicht

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(Foto: REUTERS)

Die Zins-Entscheidung der Fed hat die Europäische Gemeinschaftswährung unter die Marke von 1,13 Dollar fallen lassen. Doch der Euro fängt sich wieder - zumindest vorübergehend.

Die europäische Gemeinschaftswährung hat nach dem Schwäche-Anfall infolge der Fed-Sitzung wieder Boden gutgemacht. Dabei kletterte der Euro von seinem Tief am Morgen fast ein Cent. Doch robuste US-Arbeitsmarktdaten drückten ihn wieder auf die 1,13er Marke.

Die Europäische Zentralbank legte den Referenzkurs auf 1,1315 Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8838 Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,74775 britische Pfund, 133,43 japanische Yen und 1,0372 Schweizer Franken fest.

Rubel wertet erneut ab

Unter Druck steht einmal mehr der russische Rubel. Devisenhändler führen die Schwäche vor allem auf die zuletzt wieder deutlich gesunkenen Ölpreise zurück, ausgelöst von rekordhohen Lagerbeständen in den USA.

Als weiteren Belastungsfaktor sieht die Commerzbank das Treffen der EU-Außenminister zu den Sanktionen gegen Russland. Allgemein sei man sich einig, dass die Sanktionen wegen der Besetzung der Krim, die im März erloschen wären, bis September verlängert werden sollen. Sollte die Abstimmung aber scheitern - weil womöglich Griechenland sich dagegen sperrt - sehe die Lage auf einmal ganz anders aus, für den Rubel sogar positiv. Unabhängig davon rechnet die CoBa damit, dass die USA ihre Sanktionen unabhängig von der EU verschärfen werden, wenn es in der Ukraine keinen Frieden gebe.

Franken berappelt sich

Derweil hat der Euro zum Schweizer Franken Boden gutgemacht. Auf der Handelsplattform EBS kletterte er in der Spitze um 2,3 Prozent auf 1,0448 Franken und notierte damit so hoch wie seit der Abkehr der Schweizer Notenbank (SNB) von ihrer Mindestkurspolitik am 15. Januar nicht mehr.

Vor zwei Wochen hatte der abrupte Kurswechsel der Eidgenossen den Euro zeitweise auf unter 0,90 Franken von über 1,20 Franken abstürzen lassen. Doch schon seit Tagen hangelt sich die Gemeinschaftswährung wieder vorsichtig nach oben.

Auch zum Dollar geriet der Franken unter Druck, so dass der Greenback um zwei Prozent auf 0,9241 Franken kletterte. Dies löste Spekulationen aus, die SNB könnte über Dollar-Käufe den Franken geschwächt haben.

"Niemand weiß genau, ob sie intervenieren", sagte ein Händler. Vermutlich greife die SNB aber über einen Währungskorb ein - und kaufe mehr alleine den Euro. Stratege Ian Stannard von Morgan Stanley rechnet für Ende des Jahres mit einem Kurs von 1,02 Franken je Dollar und 1,07 Franken je Euro.

TD Securities sehen noch Abwertungspotenzial für den Loonie - uch wenn der Kanada-Dollar zum US-Dollar schon auf dem tiefsten Stand seit sechs Jahren notiert. Die Analysten halten es für möglich, dass der US-Dollar über 1,2600 Kanada-Dollar steigt und - falls der Ölpreis noch stärker fällt - Ende der Woche 1,2625/35 oder mehr Kanada-Dollar kostet.

Notenbanken bewegen Kiwi und Aussie

In Neuseeland dürften überraschend taubenhaften Aussagen der Notenbank dürften den Neuseeland-Dollar (Kiwi) in nächster Zeit belasten, glauben die Analysten von Barclays. Die Zehnjahresrendite neuseeländischer Anleihen sei in die Nähe des Tiefs von 2012 bei 3,05 Prozent gefallen, was beim Kiwi für einen Schwächeanfall gesorgt habe.

Barclays sieht als Ziel nun die Tiefs von 2011 von 0,7115 US-Dollar. Zudem rechnen die Analysten damit, dass der Kiwi schlechter laufen wird, als der Austral-Dollar. Der Gouverneur der Notenbank hatte gesagt, dass die hohe Bewertung des Neuseeland-Dollar nicht im Einklang stehe mit dem derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld.

Der Austral-Dollar ist indes zum US-Dollar auf ein Fünfeinhalbjahrestief gefallen. Im Tagestief erreichte der "Aussie" 0,7853 US-Dollar, verglichen mit Tageshochs am Mittwoch von über 0,80. Hintergrund sind Marktexperten zufolge zunehmende Spekulationen über eine bevorstehende Zinssenkung in Australien. Die Notenbank des Landes würde sich damit der in weiten Teilen der Welt betriebenen lockeren Geldpolitik anschließen.

Genährt werden die Zinsspekulationen von Sorgen über die konjunkturelle Entwicklung angesichts der fallenden Rohstoffpreise und eines schwachen Stimmungsindikators für die Wirtschaftsentwicklung. 

Quelle: ntv.de, jwu/DJ/rts