Marktberichte

Dow fällt auf Drei-Wochen-Tief Fed-Chef lässt Märkte erzittern

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Die New Yorker Börse an der Wall Street.

(Foto: imago images/Pacific Press Agency)

In den vergangenen Tagen und Wochen tummelten sich einige Optimisten an den US-Börsen. Doch die bekommen nun einen Dämpfer von Fed-Chef Powell. Mit einer Äußerung lässt er die Kurse wackeln.

Sorgen vor einer langsameren als bislang erwarteten Konjunktur-Erholung sorgen zur Wochenmitte an der Wall Street für kräftige Abgaben. Die ohnehin schon skeptische Stimmung in Bezug auf eine baldige konjunkturelle Erholung erhielt durch Aussagen von US-Notenbankpräsident Jerome Powell einen deutlichen Dämpfer. Nach dessen Ansicht ist der Ausblick für die Wirtschaft "höchst unsicher". Powell sieht erhebliche Abwärtsrisiken.

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Bereits am Vortag hatten verschiedene Fed-Vertreter gewarnt, dass es mit der wirtschaftlichen Erholung nicht so glatt gehen dürfte wie allgemein erhofft. So vermutet auch Loretta Mester von der Fed-Filiale in Cleveland, dass die Wirtschaft zusätzliche Stimulierungen benötigt und die Inflation wahrscheinlich für einige Zeit niedrig bleiben dürfte. Dies hat sich am Mittwoch bestätigt, denn die US-Erzeugerpreise haben ein unerwartet kräftiges Minus von 1,3 Prozent im April gesehen - der größte Rückgang seit Beginn der Erhebung 2009.

"Sollte der Markt nicht die erwartete V-förmige Erholung sehen, dann dürfte es zu einer Korrektur kommen", sagt Nicholas Brooks, Head of Investment Research bei Intermediate Capital Group. Dazu kommen neue Spannungen zwischen den USA und China wegen des Ursprungs der Covid-19-Pandemie. Laut einem Gesetzesvorschlag von Senator Lindsey Graham könnte Präsident Donald Trump Sanktionen gegen China erlassen, sofern das Land zu diesem Thema keine Untersuchungen einleitet. Am Markt fürchtet man neue Handelskonflikte.

Vor diesem Hintergrund verlor der Dow-Jones-Index 2,2 Prozent auf 23.248 Punkte, der S&P-500 büßte 1,7 Prozent auf 2820 Zähler ein und der Nasdaq-Composite reduzierte sich um 1,5 Prozent auf 8863 Punkte.

US-Lagerdaten stützen Ölpreise nur kurz

Nur kurz profitieren die Ölpreise von einem überraschenden Rückgang bei den US-Öllagerdaten, geben die Gewinne rasch wieder ab. Diese fielen um 0,745 Millionen Barrel gegenüber der Vorwoche, während Analysten einen Anstieg um 4,7 Millionen Barrel vorhergesagt hatten. Übergeordnet befindet sich der Markt weiter im Spannungsfeld zwischen der allmählichen Aufhebung der pandemie-bedingten Einschränkungen und der Furcht vor einer langsamer als erwarteten Konjunkturerholung, was sich negativ auf die Öl-Nachfrage auswirken dürfte, heißt es. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI reduzierte sich um 1,1 Prozent auf 25,49 Dollar, Brent fiel um 2,4 Prozent auf 29,27 Dollar.

Der Dollar holte mit den Powell-Aussagen anfängliche Verluste wieder auf. Die US-Notenbank denkt nach den Worten von Powell nicht über die Einführung von Negativzinsen nach. Die von der Fed bisher eingesetzten Instrumente funktionierten. Die niedrigen Erzeugerpreise hatten zunächst leichten Druck auf den Greenback ausgeübt. Der Euro notierte im späten US-Handel bei 1,0815 Dollar, nach einem Tageshoch bei 1,0897 Dollar. 

Der Goldpreis legte weiter zu und behauptete sich den zweiten Tag in Folge über der Marke von 1.700 Dollar. Doch kam der Preis für die Feinunze mit den Aussagen von Fed-Chairman Powell, keine Negativzinsen zu erwägen von seinem Tageshoch deutlicher zurück. Dagegen stützte der Rekordrückgang der Erzeugerpreise, der Spielraum für Zinssenkungen offeriert. Der Preis für die Feinunze stieg um 0,9 Prozent auf 1.717 Dollar.

Die US-Anleihen legten leicht zu und profitierten damit von den zurückhaltenden Powell-Aussagen zur erwarteten konjunkturellen Erholung und den in der Folge deutlich nachgebenden Kursen an der Wall Street. Die Rendite zehnjähriger Papiere fiel um 2,9 Basispunkte auf 0,64 Prozent.

Tesla-Aktie gibt Gewinne wieder ab

Bei den Einzelwerten fielen Tesla nach anfänglichen Gewinnen um 2,3 Prozent. US-Präsident Trump stärkt CEO Elon Musk den Rücken, der gegen die Auflagen der lokalen Behörden in Kalifornien die Fertigung wieder aufgenommen hat.

Für die Papiere von General Electric ging es um 3,5 Prozent nach unten. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 49 Prozent zu Buche. Der Flugzeugbereich ist größter und profitabelster Sektor des Unternehmens. Damit treffen die negativen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf den Luffahrt-Sektor das Unternehmen besonders hart, hieß es.

Facebook gaben 2,4 Prozent ab. Einem Bericht zufolge hat sich das soziale Netzwerk mit früheren Mitarbeitern, die für das Auswerten und Filtern von Inhalten auf den Seiten des sozialen Netzwerks zuständig waren und posttraumatische Belastungen davontrugen, auf die Zahlung von 52 Millionen Dollar geeinigt.

Quelle: ntv.de