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Apple zeigt sich verbessert Fed-Entscheidung dreht Wall Street ins Plus

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(Foto: picture alliance/dpa)

Die Nachricht, dass die US-Notenbank ihre lockere Geldpolitik beibehält, beruhigt die Anleger an der Wall Street. Besonders Technologieaktien profitieren von der Entscheidung.

Die Aussicht auf eine weiterhin eher lockere Geldpolitik der US-Notenbank (Fed) hat die Wall Street gestützt. Nach zwei eher verhaltenen Handelstagen schlossen die wichtigsten Aktienindizes moderat im Plus. Die Fed hatte den Leitzins wie erwartet in der Spanne von 1,50 Prozent bis 1,75 Prozent belassen und eine Zinspause signalisiert. Erst bei einem "signifikanten" Anstieg der Teuerung werde eine Zinserhöhung notwendig, sagte der Präsident der Fed, Jerome Powell. Außerdem sollte der Preisanstieg anhaltend sein.

S&P 500
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Der US-Leitindex Dow Jones Industrial schloss 0,11 Prozent höher bei 27 911,30 Punkten. Etwas skeptisch äußerte sich indes der Börsenstatistiker Andreas Büchler vom Fachmagazin Index-Radar: "Der Dow hat seine markttechnische Ausgangslage zwar wieder etwas verbessert, knüpft jedoch bislang an die jüngsten Erfolge nicht mehr an." Bleibe es dabei, drohe die in vielen Jahren beobachtete Weihnachtsrally diesmal ins Wasser zu fallen.

Der marktbreite S&P 500 legte um 0,29 Prozent auf 3141,63 Punkte zu. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 0,58 Prozent auf 8402,61 Zähler nach oben.

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Am Devisenmarkt regierte der US-Dollar mit Abgaben auf die geldpolitischen Neuigkeiten. Der Dollarindex gab um 0,3 Prozent nach, der Euro kletterte auf 1,1135 Dollar von zuvor 1,1095 und ist damit so teuer wie zuletzt vor rund einem Monat. Das Pfund Sterling holte die Verluste vom späten Vortag komplett wieder auf. Da war es deutlich zurückgefallen, weil eine viel beachtete Wahlumfrage einen viel geringeren Vorsprung der Konservativen von Premierminister Boris Johnson bei der Unterhauswahl am Donnerstag gezeigt hatte als noch vor zwei Wochen. Zuletzt kostete es wieder 1,3195 Dollar.

Gamestop ist Verlierer des Tages

Am Aktienmarkt gehörten Technologieaktien zu den Tagesfavoriten; sie gelten als besonders empfindlich bei Zinserhöhungen. Der Halbleitersubindex legte um 1,9 Prozent mit weitem Abstand am stärksten zu. Home Depot gaben um 1,8 Prozent nach. Die Baumarktkette erwartet im kommenden Jahr beim Umsatz ein Plus von 3,5 bis 4,0 Prozent. Analysten hatten allerdings mit etwas mehr gerechnet. Chevron büßten 1,4 Prozent ein. Der Mineralölkonzern rechnet mit einer Belastung zwischen 10 und 11 Milliarden US-Dollar nach Steuern im vierten Quartal.

GameStop Corporation
GameStop Corporation 3,75

Apple verbesserten sich nach einer Kurszielerhöhung durch Evercore auf 305 von 275 Dollar um 0,8 Prozent zu auf 270,74 Dollar. Evercore zeigt sich angesichts eines guten Weihnachtsgeschäfts überzeugt, dass Apple im Dezemberquartal die Ergebnisschätzungen übertreffen wird. Die rote Kurslaterne hielt die Aktie des Computerspiele-Einzelhändlers Gamestop mit einem Minus von 15,1 Prozent. Das Unternehmen hatte mit einem gesenkten Ausblick und enttäuschenden Quartalszahlen die Anleger verschreckt.

Eine Berg- und Talfahrt zeigten die Ölpreise. Zunächst fielen sie, belastet von neuen Vorratsdaten aus den USA. Demnach stiegen die Bestände in der zurückliegenden Woche wider Erwarten. Außerdem drückte auf die Preise, dass laut dem Opec-Monatsbericht das Wachstum der Ölförderung in Staaten außerhalb der Organisation 2020 robust bleiben wird. Später im Handel sorgten dann die konjunkturzuversichtlichen Aussagen der US-Notenbank für wieder anziehende Preise. Zuletzt kostete Öl der US-Sorte WTI 0,7 Prozent weniger, 58,85 Dollar je Fass.

Der Goldpreis legte mit der Aussicht auf zunächst nicht steigende US-Zinsen deutlich zu um rund 11 Dollar auf 1.474 Dollar. Weil das Edelmetall als Geldanlage selbst keine Zinsen abwirft, gewinnt es an Attraktivität, wenn das Zinsniveau vergleichsweise niedrig bleibt.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/DJ