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Hertz-Aktie stürzt ab Handelsstreit setzt Wall Street schwer zu

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(Foto: AP)

Die Angst vor einer Eskalation im Handelskonflikt mit China beunruhigt Anleger an den US-Börsen und versetzt die Kurse auf Talfahrt. Auch Autovermieter Hertz macht an der Wall Street keine gute Figur.

Die jüngste Eskalation des Handelsstreits der USA mit China belastet die US-Aktienmärkte den zweiten Tag in Folge. Der Handelsbeauftragte der USA, Robert Lighthizer, hat bekräftigt, dass die USA die Drohung von US-Präsident Donald Trump wahrmachen und ab Freitag die Einfuhrzölle auf chinesische Waren im Volumen von 200 Milliarden Dollar anhöben. Als Grund dafür nannte US-Finanzminister Steven Mnuchin das Verhalten der chinesischen Seite. Diese habe sich von einigen schon ausgehandelten Vereinbarungen distanziert.

Dow Jones
Dow Jones 25.770,00

Der Dow-Jones-Index sackte um 1,8 Prozent auf 25.965 Punkte ab, S&P-500 und Nasdaq-Composite büßten 1,7 bzw. 2,0 Prozent ein.

Ungeachtet der jüngsten Ankündigungen aus Washington will eine chinesische Delegation um Vizepremier Liu He die Reise nach Washington wie geplant in dieser Woche antreten. Das hält die Hoffnung am Leben, dass es doch noch zu einer Einigung kommt, wenn auch nicht schon an diesem Freitag. Allerdings gibt es auch Zweifel: Möglicherweise könnten die Chinesen auf stur schalten, um ihr Gesicht zu wahren, geben Beobachter zu bedenken. "Investoren gehen den hypothetischen Weg und projizieren ein Worst-Case-Szenario für den Handelsstreit. Ich denke, es ist zu früh, für so eine pessimistische Sicht - aber eine ganze Reihe Anleger denkt so", sagt Präsident Craig Callahan von Icon Investments.

Hertz
Hertz 15,09

Bei den Einzelwerten hatte der Versicherer AIG Geschäftszahlen über Marktprognosen vorgelegt. Der Aktienkurs sprang um 6,8 Prozent nach oben. Der Autovermieter Hertz hatte zwar einen geringer als befürchtet ausgefallenen Verlust ausgewiesen, dies half dem Kurs aber nicht. Dieser stürzte um 8,4 Prozent ab. Halbleiterausrüster KLA Tencor hatte ebenfalls besser abgeschnitten als erwartet, doch im Vergleich zum Vorjahr einen Gewinneinbruch verzeichnet. Die Aktie verlor mit den Handelssorgen ähnlich wie Hertz 6,1 Prozent.

Ölpreise geben nach

 Am Devisenmarkt profitierte der Yen erneut von der wieder gestiegenen politischen Unsicherheit. Der Dollar fiel auf Kurse um 110,22 Yen, am Freitag wurden noch über 111 Yen für einen Dollar gezahlt. Der Euro sank auf 1,1186 Dollar nach Wechselkursen knapp über 1,12 am Vorabend. Insgesamt war der Greenback mit steigender Risikoaversion etwas gefragt, der ICE-Dollarindex gewann 0,1 Prozent.

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 62,79

Der Goldpreis legte derweil um 0,3 Prozent auf 1.285 Dollar je Feinunze im späten Handel zu. Auch der Goldpreis wurde gestützt von der Ungewissheit um den Fortgang der Handelsgespräche - trotz leicht steigender Dollarkurse. Zudem wurde der sichere Hafen des Edelmetalls durch die Verlegung von US-Kriegsschiffen sowie Bombern in die Golfregion wegen der Spannungen mit Iran gestützt. Vor allem die Nachfrage aus Indien dürfte in diesem Zusammenhang anziehen, so Händler.

Abwärts ging es unterdessen mit den Ölpreisen. Sie litten unter der Befürchtung, dass eine neuerliche Eskalation des Handelsstreits die chinesische Ölnachfrage mindern werde. Das Barrel US-Rohöl der Sorte WTI verbilligte sich um 1,4 Prozent auf 61,40 Dollar, europäisches Referenzöl der Sorte Brent l gibt um 2,3 Prozent auf 69,57 Dollar nach. Die wachsenden militärischen Spannungen am Persischen Golf verhinderten noch tiefere Erdölpreise.

Quelle: n-tv.de, jpe/DJ