Marktberichte

Lagarde macht Druck auf EZB Euro sackt vor Draghi-Statement ab

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Noten- und Zentralbanker bestimmen die Richtung des Euro-Dollar-Währungspaares.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die jüngsten Preisdaten aus der Eurozone setzen die EZB unter Druck. Am Devisenmarkt rechnen die Investoren aber damit, dass die Zentralbanker cool bleiben. Die Arbeitsmarktzahlen interessieren kaum. Nun ist die EZB am Zug - und der IWF fordert.

Der Euro ist am späten Mittwochnachmittag zunehmend unter Abgabedruck geraten. Die Gemeinschaftswährung nptierte bei 1,3769 Dollar. Am Morgen hatte der Euro noch über der 1,38er Marke gelegen. Das Tageshoch hatte er bei 1,3820 Dollar markiert. Die EZB hatte den Referenzkurs auf 1,3795 Dollar festgelegt nach 1,3790 am Dienstag.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,18

Die veröffentlichten Konjunkturdaten spielen nach Einschätzung aus dem Handel hierbei keine signifikante Rolle. Vermutlich lavierten einige Anleger vor der EZB-Sitzung am Donnerstag und dem US-Arbeitsmarktbericht am Freitag, hieß es im Devisenhandel.

Die ADP-Arbeitsmarktdaten aus den USA ließen den Markt kalt. Eine positive Überraschung hätte dem Dollar Auftrieb geben können, wie es von Marktteilnehmern hieß. Die Zahlen lagen aber mit 191.000 geschaffenen Stellen in der Privatwirtschaft im März deutlich unter den Erwartungen. Mit zwischen 200.000 und 201.000 hatten Experten vorab gerechnet.

Was wäre wenn ...

Anleger rätseln derzeit, ob die Währungshüter ihre Geldpolitik noch einmal lockern werden. "Während vonseiten der realwirtschaftlichen Entwicklung in der Eurozone kein Handlungsdruck für die EZB besteht, ist inflationsseitig das Bild weiterhin von niedrigen Zuwachsraten geprägt", fasst Helaba-Analyst Ralf Umlauf in einem Kommentar zusammen. Einige Ökonomen fürchten wegen der zuletzt geringen Teuerungsraten ein Abgleiten der Eurozone in eine deflationäre Spirale aus fallenden Preisen und sinkender Nachfrage. Durch Wertpapierkäufe im großen Stil könnte die EZB Experten zufolge die Geldmenge aufblähen und damit die Wirtschaft und die Teuerung ankurbeln.

Nach den Aussagen von EZB-Vize Constancio dürfte zwar niemand am Markt noch ernsthaft daran glauben, dass die EZB auf ihrer Sitzung neue Lockerungsmaßnahmen bekannt geben werde, so ein Händler. Allerdings sei es durchaus vorstellbar, dass EZB-Präsident Mario Draghi solche während der Pressekonferenz thematisiere und als Option in den Raum stelle.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) forderte die EZB zu einer weiteren geldpolitischen Lockerung auf. Diese könne unkonventionelle Maßnahmen einschließen, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde. Der IWF sehe die Gefahr einer "Niedrig-Inflation" vor allem im Euro-Raum. Seit Oktober verharrt die Inflationsrate in der von der EZB selbst so bezeichneten "Gefahrenzone" von unter einem Prozent.

Quelle: ntv.de, bad/rts/DJ