Marktberichte

Durchbruch beim S&P-500 US-Anleger bejubeln den Aufstieg

2014-02-27T172011Z_1068776010_GM1EA2S03M301_RTRMADP_3_MARKETS-STOCKS.JPG2237461536253561462.jpg

Yellen sagt, was die Märkte hören wollen: Im Zweifel steht die Fed mit weiteren Maßnahmen bereit.

(Foto: REUTERS)

Die Sorgen vor einer Eskalation in der Ukraine halten an der New Yorker Wall Street nicht lange vor. Warme Worte von Fed-Chefin Yellen zu Frostrisiken, Niedrigzinsen und etwaigen weiteren Hilfen hieven die US-Börsenbarometer auf neue Rekordhochs.

An den US-Börsen blicken Händler auf eine bemerkenswerte Richtungswechsel zurück: Nach einem verhaltenen Start drehten die großen Indizes ins Plus und gingen schließlich mit moderaten Gewinnen aus dem Handel.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,46 Prozent im Plus bei 16.272,65 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,49 Prozent auf 1854,29 Punkte und erreichte damit ein neues Allzeithoch auf Schlusskursbasis. Den zum Wochenstart erreichten Verlaufsrekord konnte der Index hingegen nicht einstellen. Der Composite-Index der Technologiebörse Nasdaq legte 0,6 Prozent zu auf 4318 Stellen. Für den Auswahlindex Nasdaq 100 ging es um 0,63 Prozent auf 3699,80 Punkte nach oben, was dem höchsten Schlussstand seit August 2000 entspricht.

Auf die anfängliche Risikoscheu angesichts der jüngsten Entwicklungen in der Ukraine und Russland folgte eine schnelle Erholung. Börsianer sahen insbesondere die Aussagen der US-Notenbankchefin Janet Yellen zum weiteren Zeitplan der US-Geldpolitik als Kurstreiber. Ihren Angaben zufolge könnte die Fed bei einer deutlichen Verschlechterung der wirtschaftlichen Perspektive vom eingeschlagenen Weg abweichen, ihre milliardenschweren Geldspritzen maßvoll weiter zu verringern.

"Genau das will die Wall Street hören"

Vor dem Bankenausschuss des US-Senats erklärte Janet Yellen mit Blick auf die Nullzinspolitik der Federal Reserve (Fed), eine konjunkturstimulierende Geldpolitik sei noch für eine geraume Zeit angemessen. Das Ende der Konjunkturhilfen peile sie für den Herbst an. Voraussetzung sei jedoch, dass sich der Aufschwung wie erwartet festige.

Hinter den zuletzt überwiegend schwächer ausgefallenen Konjunkturdaten vermutete sie die Auswirkungen des harten Winters. Zur aktuellen "Wetter-Debatte" sagte Yellen, es sei schwer zu ermitteln, inwieweit die jüngste Konjunkturschwäche vom harten Winterwetter verursacht sei.

Yellen "hat klargemacht, dass die Fed bereit ist, zu tun was nötig ist, um die Wirtschaft zu unterstützen. Das ist genau das, was die Wall Street hören wollte", sagte der Chef von Sarhan Capital in New York, Adam Sarhan.

Die 1850er-Linie ist gefallen

Große Bedeutung maßen technisch orientierte Beobachter dem Ausbruch des S&P-500 nach oben bei. Erstmals in seiner Geschichte schloss der Index jenseits der Marke bei 1850 Punkten. Dieser Hürde war in jüngster Zeit eine geradezu magische Bedeutung zugeschrieben worden. Mehrmals hatte der Index in jüngster Zeit die Marke nur knapp verfehlt. Nach Ansicht der Charttechniker ist nun der Weg nach oben frei. Die Marktbeobachter warnten allerdings davor, dass nicht mit einer größeren Rally zu rechnen ist, sofern nicht mehr Klarheit über die Entwicklung der Wirtschaft herrscht.

Neue Konjunkturdaten zeichneten ein gemischtes Bild: Zahlen zum Arbeitsmarkt fielen schlechter aus als erwartet, während die Auftragseingänge gut ausfielen. Im frühen Geschäft wurde noch nach Gründen für Gewinnmitnahmen gesucht. Vor allem die Lage in der Ukraine sorgte für Unsicherheit unter den Investoren. "Die Situation scheint weiter zu eskalieren", sagte ein Händler. Neben den Unruhen in der Ukraine verunsicherte auch die Machtdemonstration Russlands.

Für Zurückhaltung der Anleger sorgte, dass Russland nach der Armee auch die Luftwaffe an der Grenze zur Ukraine in Alarmbereitschaft versetzte. Die USA warnten die Regierung in Moskau vor "schweren Fehlern".

Kursplus 25 Prozent

Bei den Einzelwerten standen die Titel von J.C. Penney im Rampenlicht. Der zuletzt krisengebeutelte Einzelhandelskonzern hat am Vorabend mit positiven Geschäftszahlen nach der Schlussglocke aufhorchen lassen. Der Konzern übertraf mit den vorgelegten Quartalszahlen nicht nur die Markterwartungen, sondern begeisterte Anleger zudem mit einem optimistischen Ausblick. Die Aktie schoss rund 25 Prozent ins Plus. Die Aktien von Sears stolze 6 Prozent. Der Handelskonzern konnte seinen Quartalsverlust verringern.

Die Aktie des Elektronik-Einzelhändlers Best Buy drehte nach kräftigen Gewinnen ins Minus. Zwar hat Best Buy die Erwartungen des Marktes im vierten Quartal beim Gewinn klar übertroffen, doch der Umsatz enttäuschte. Der Titel verlor 1 Prozent.

Die Aktien von Tesla Motors konnten ihren jüngsten Höhenlauf nicht fortsetzen. Der Elektroauto-Hersteller will für bis zu 5 Milliarden Dollar ein Werk zum Bau von Lithium-Ionen-Batterien errichten. Tesla will mit dem Bau der Fabrik die Kosten für Autobatterien senken und die verfügbare Stückzahl deutlich erhöhen. Die Aktie fiel um 0,2 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 700 Millionen Aktien den Besitzer. 2031 Werte legten zu, 969 gaben nach und 135 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,04 Milliarden Aktien 1680 im Plus, 912 im Minus und 120 unverändert.

Quelle: n-tv.de, mmo/jwu/DJ/dpa/rts