Wirtschaft
Der schwache Ölpreis drückt auf die Notierungen in der Energiebranche und verhinderte größere Kursgewinne.
Der schwache Ölpreis drückt auf die Notierungen in der Energiebranche und verhinderte größere Kursgewinne.(Foto: picture alliance / Andrew Gomber)
Montag, 16. Juli 2018

Ölpreis bremst: US-Börsen starten mühsam in neue Woche

Zum Start der neuen Börsenwoche kommen die Aktienkurse an der Wall Street kaum von der Stelle. Der Dow Jones bewegt sich den ganzen Tag über in einer engen Spanne um die Marke von 25.000 Punkten.

Die New Yorker Börsen haben sich kaum bewegt. Unterstützung erhielt die Wall Street von Kursaufschlägen bei Finanzwerten nach der Vorlage der Quartalszahlen der Bank of America. Energiewerte verbuchten dagegen Verluste im Zuge des Ölpreisrückgangs. Zudem hielten sich die Anleger mit Blick auf das russisch-amerikanische Gipfeltreffen bedeckt. "Niemand weiß, wohin Donald Trump bei seinen wirtschaftlichen und politischen Beziehungen mit Russland will", sagte Fondsmanager Thomas Altmann vom Frankfurter Vermögensverwalter QC Partners.

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US-Präsident Trump und Russlands Staatschef Wladimir Putin zogen eine positive Bilanz ihres Treffens in Helsinki. Es seien nicht alle Probleme gelöst worden, aber ein Anfang sei gemacht, sagte Putin. Trump sprach von einem sehr produktiven Dialog, der neue Wege zum Frieden eröffne. Putin erklärte, er habe konkrete Vorschläge zur Abrüstung unterbreitet, insbesondere zur Ausweitung des Vertrages zur Reduzierung der strategischen Atomwaffen.

Der Dow Jones schloss 0,2 Prozent höher bei 25.064 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gab dagegen 0,1 Prozent auf 2798 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,3 Prozent auf 7805 Punkte.

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In Frankfurt ging der Dax bei 12.561 Punkten knapp 0,2 Prozent höher aus dem Handel. Die Ölpreise beschleunigten dagegen ihre Talfahrt. Anleger setzten darauf, dass den beiden Staatschefs an niedrigen Ölpreisen gelegen sei. Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um über vier Prozent auf ein Drei-Monats-Tief von 72,03 Dollar je Barrel (159 Liter).

Neben dem Treffen von Trump und Putin in Helsinki stand die laufende Berichtssaison dies- und jenseits des Atlantiks im Fokus. Die Erwartungen der Märkte an die Gewinnentwicklung der Unternehmen sowohl in den USA als auch in Europa würden voraussichtlich übertroffen, prognostizierte Anlagestratege Mislav Matejka von der Bank JPMorgan.

Die Bank of America profitierte wie ihre heimischen Konkurrenten von der US-Steuerreform und den höheren Zinsen. Ihr Gewinn sprang auch dank Einsparungen im zweiten Quartal um ein Drittel auf 6,8 Milliarden Dollar. Die Aktien legten über vier Prozent zu. Die Anteilsscheine der Rivalen JPMorgan, Citigroup und Wells Fargo waren ebenfalls gefragt und zogen zwischen 2,9 und 3,9 Prozent an.

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Auch der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock verdiente im zweiten Quartal mehr, konnte damit die Anleger aber nicht locken. Die Aktien gaben 0,6 Prozent nach. Die Kurse der Ölkonzerne Chevron und Exxon fielen jeweils um fast ein Prozent. Die niedrigen Ölpreise könnten den Konzernen die Geschäfte vermiesen, spekulierten Anleger.

Nach Handelsschluss wurden die Quartalszahlen von Netflix erwartet. Die Aktien legten 1,2 Prozent zu, nachdem sie am Freitag um über vier Prozent gefallen waren. Arconic-Scheine sprangen gut zehn Prozent in die Höhe. Laut einem Medienbericht haben Finanzinvestoren Interesse an einer Übernahme des Metallkonzerns angemeldet.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 730 Millionen Aktien den Besitzer. 1123 Werte legten zu, 2298 gaben nach und 174 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,71 Milliarden Aktien 1148 im Plus, 1782 im Minus und 234 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 7/32 auf 100-4/32. Die Rendite stieg auf 2,8582 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 18/32 auf 103-7/32 und rentierte mit 2,9616 Prozent.

Quelle: n-tv.de