Marktberichte

Bernanke hilft US-Dollar fester

Spekulationen auf das Ende der lockeren Geldpolitik haben der US-Währung am Freitag Auftrieb gegeben. Der Dollar-Index, der die Kursentwicklung zu mehreren Währungen spiegelt, stieg auf 76,077 Punkte.

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(Foto: REUTERS)

Am Vortag war er auf ein 14-Monats-Tief gefallen. Der Euro verbilligte sich auf 1,4740 Dollar nach 1,4790 Dollar zum New Yorker Vortagesschluss.

US-Notenbankchef Ben Bernanke hatte gesagt, die Fed sei willens und bereit, bei einer Erholung der Konjunktur die überschüssige Liquidität abzuschöpfen, um einer Inflation vorzubeugen. Bis auf Weiteres halte er aber an seiner aktuellen Geldpolitik fest.

Bernanke habe zwar nur auf das Offensichtliche hingewiesen, sagte Analystin Jane Foley von Forex.com. "Aber die Tatsache, dass er über den Zeitpunkt der ersten Zinserhöhung nachdenkt, hat schon ausgereicht, um Deckungskäufe auszulösen. Es ist zwar wahrscheinlich, dass der nächste Schritt der Fed eine Zinserhöhung ist. Die könnte aber noch bis zum dritten Quartal nächsten Jahres auf sich warten lassen."

Kanadischer Dollar fester

Zum kanadischen Dollar gab die US-Währung dagegen nach. Sie kostete 1,0426 kanadische Dollar und war damit so billig wie seit Ende September 2008 nicht mehr. Auslöser für die Aufwertung des kanadischen Dollar war ein überraschend starker Anstieg der neu geschaffenen Stellen.

"Diese Zahlen sollten Befürchtungen dämpfen, dass die Stärke des kanadischen Dollar die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt", sagte Devisenexperte Geoffrey Yu von der UBS. Die Bank of Canada werde die Kursentwicklungen aber genau im Auge behalten. Im Fahrwasser des kanadischen Dollar arbeiteten sich der australische und der neuseeländische Dollar wieder an ihre 14-Monats-Hochs vom Vortag heran.

Schwache Nachfrage nach US-Anleihen

Am Rentenmarkt drückte die unterdurchschnittliche Nachfrage bei der Emission neuer 30-jähriger US-Anleihen am Vortag auf die Stimmung. Am Mittwoch waren auch die Gebote für 30-jährige Bundesanleihen geringer ausgefallen als erwartet. Der Bund-Future gab zehn Ticks auf 122,77 Punkte nach.

Den Rentenstrategen der Commerzbank zufolge ist der Aufwärtstrend damit aber nicht gebrochen. Es gebe derzeit keine Anzeichen, dass die Zentralbanken die überschüssige Liquidität in absehbarer Zeit wieder abzögen.

Quelle: ntv.de, rts

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