Marktberichte

Zurückhaltung trotz Rekordhochs Wall Street ist in Lauerstellung

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Abwarten, welche Daten der Mittwoch bringt.

(Foto: AP)

Nach der Verabschiedung des gewaltigen Infrastrukturpakets durch den Senat in den USA ist die Stimmung an der Wall Street zwar recht freundlich. Von Überschwang kann aber noch keine Rede sein. Die Anleger warten erst die zur Wochenmitte anstehenden Verbraucherpreisdaten ab, die Aufschluss über den Kurs der Fed geben könnten.

Vor den anstehenden US-Inflationsdaten haben sich die Anleger an der Wall Street mit Aktienkäufen zurückgehalten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones schloss am Dienstag 0,5 Prozent höher auf 35.264 Punkten, nachdem er sich im frühen Handel noch zu einem Allzeithoch aufgeschwungen hatte. Der technologielastige Nasdaq gab dagegen 0,5 Prozent auf 14.788 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 legte 0,1 Prozent auf 4436 Punkte zu.

S&P 500 Index, Ind.
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Von der am Mittwoch anstehenden Veröffentlichung der US-Preissteigerungsrate im Juli erhoffen sich die Investoren neue Hinweise auf den weiteren Kurs der US-Notenbank (Fed). Die Aussicht auf einen Kursschwenk und eine vorgezogene Reduzierung der Anleihekäufe machte Börsianer vorsichtig.

Der US-Senat votierte mit Stimmen beider Parteien für das billionenschwere Infrastrukturpaket von Präsident Joe Biden. Zwar nahm der Plan für die umfangreichste landesweite Instandsetzung von Straßen, Brücken und Flughäfen seit Jahrzehnten damit eine wichtige Hürde. Allerdings hat die demokratische Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, erklärt, ihre Kammer werde sich erst mit der Vorlage beschäftigen, wenn der Senat auch ein zweites, bei Republikanern umstrittenes Paket mit einem Umfang von 3,5 Billionen Dollar verabschiedet habe. Damit könnten Monate vergehen, bis das Infrastrukturpaket Biden zur Unterschrift vorliegt.

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Auf die Kauflaune drückte die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus. "Wir befinden uns in einer Art Warteschleife. Die Delta-Variante veranlasst die Anleger dazu, die Hände in den Schoß zu legen und derzeit nichts mit ihren Portfolios anzufangen", sagte Sam Stovall, Chefanlagestratege bei der Analysegesellschaft CFRA. Bei den Einzelwerten gingen AMC Entertainment auf Berg- und Talfahrt. Nach einem starken Auftakt schlossen die Papiere mehr als sechs Prozent im Minus. Anleger hatten sich zunächst über einen überraschend starken Umsatz im zweiten Quartal gefreut, weil die Kinobesucher nach dem Lockdown wieder in die Kinosäle strömten.

Eine Erholung des Ölpreises sorgte zudem für Rückenwind bei den Energieunternehmen Halliburton, ExxonMobil, Chevron und Marathon Oil, die zwischen 1,7 und 4,5 Prozent anzogen.

Die Anleger an Europas Börsen tasteten sich auch in Ferienzeiten weiter voran. Angesichts der Kurshöhen reichen schon kleine Bewegungen aus, um neue Bestmarken zu erzielen. Mit einem Plus von 0,4 Prozent markierte der breit gefasste europäische Aktienindex Stoxx600 ein frisches Rekordhoch von 472,37 Punkten. Der EuroStoxx50 notierte 0,3 Prozent höher bei 4190,78 Zählern. Der Dax schloss 0,2 Prozent fester auf 15.770,71 Stellen.

Quelle: ntv.de, ino/rts

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