Wirtschaft
Donnerstag, 23. August 2007

Weniger Öl für Deutschland: Russen drosseln Druschba

Acht Monate nach der zeitweiligen Sperrung der Druschba-Pipeline treten offenbar erneut Schwierigkeiten mit Deutschlands wichtigster Versorgungsleitung für Öl auf. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" kam es zu Lieferkürzungen aus Russland. Die Raffinerie in Schwedt soll bereits gezwungen sein, auf andere Quellen zurückzugreifen.

Die Ölkonzerne in Deutschland bestätigen nach Angaben des Blatts "Lieferschwankungen", geben aber keine Auskunft über das Ausmaß. Eine Sprecherin der deutschen Tochter des Mineralölkonzerns Total habe gesagt, im Juli seien die Öl-Lieferungen aus Russland geringer als normal gewesen. Das Management der Raffinerie Schwedt am Ende der Druschba-Leitung und die russischen Lieferanten sollen im Gespräch über das Problem sein. Die Raffinerie greife inzwischen auf andere Lieferungen wie Nordseeöl zurück, das durch eine Pipeline von Rostock kommt.

Die Raffinerie in Schwedt gehört den Mineralölkonzernen BP, Shell, Agip und Total. Sie verarbeitet pro Jahr etwa zehn Mio. Tonnen Rohöl, rund zehn Prozent der deutschen Verarbeitungskapazität. Deutschland bezieht ein Fünftel seines gesamten Ölbedarfs aus der Druschba-Pipeline.

In Russland werden Lieferprobleme bislang bestritten. "Wir erfüllen alle unsere Verpflichtungen", beteuerte der Vize-Präsident der russischen Pipeline-Gesellschaft Transneft, Sergej Grigorjew, im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung. "Wenn es im Verlauf der Druschba-Trasse Probleme gibt, werden sie schnell gelöst", sagte er dem Blatt. Es könne sein, dass ein einzelner Produzent zu einem bestimmten Zeitpunkt kein Öl verkaufe. Russische Ölkonzerne bestreiten verringerte Lieferungen nach Deutschland.

Quelle: n-tv.de