Frage & Antwort

Frage & Antwort Ist Salz ein Gewürz?

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"Salz ist unter allen Edelsteinen, die uns die Erde schenkt, der Kostbarste", sagte der deutsche Chemiker Justus von Liebig (1803 - 1873).

(Foto: imago/MITO)

"Würzen Sie mit Salz und Pfeffer" kann man oft in Rezepten lesen. Dass Pfeffer ein Gewürz ist, steht außer Frage, aber was ist mit Salz? Gehört es auch zu den Gewürzen? (fragt Anneliese G. aus Aachen)

Das Salz, um das es hier gehen soll, ist das Speisesalz, das in keinem Haushalt und in keinem Gericht fehlen sollte. Selbst beim Zubereiten von Süßspeisen und Gebäck ist die Prise Salz das sprichwörtliche "Salz in der Suppe". Es steuert den Wasserhaushalt, die Verdauung und die Funktionen von Nerven und Muskeln im menschlichen Körper. Ebenso hat es Einfluss auf den Knochenaufbau. Jeder Mensch benötigt zwischen drei und sechs Gramm Salz am Tag, denn ohne Salz könnte der Mensch nicht überleben.

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Sowohl zu viel an Salz als auch zu wenig ist gesundheitsschädlich.

(Foto: imago/Westend61)

Speisesalz ist eine Verbindung von Natrium und Chlorid. Es gehört streng genommen nicht zu den Gewürzen, da es sich um einen anorganischen Stoff handelt, der entweder in Salinen, in Bergwerken oder aus dem Meerwasser gewonnen wird. Bei Gewürzen hingegen handelt es sich um einen Oberbegriff, der Pflanzen oder Pflanzenteile mit besonderen Geschmacks- oder Geruchsstoffen zusammenfasst, die man als Zutat zu Speisen und Getränken zur Geschmacksverbesserung einsetzt.

Auch mit Salz erzielt man einen besseren Geschmack, allerdings durch einen anderen Mechanismus. Es unterstützt durch seine spezifischen Eigenschaften den Geschmack des Rohstoffs und trägt dazu bei, dass Glukose durch die Darmwand transportiert werden und vom Körper aufgenommen werden kann. Jedes Glukosemolekül benötigt dafür zwei Na+-Ionen, welche meistens aus dem Salz kommen. Salz ist also kein Gewürz, sondern ein Mineral, das sogar zu den Lebensmitteln gezählt werden kann. Der Satz: Würzen Sie mit "Salz und Pfeffer" ist in diesem Sinne zwar nicht richtig, umgangssprachlich allerdings völlig in Ordnung.

Salz ist heute eine alltägliche und für jeden erschwingliche Zutat. Doch das war nicht immer so. Bei den Römern und Griechen in der Antike galt es als Geschenk der Götter. Ab dem Mittelalter war es schließlich so wertvoll, dass es auch als "weißes Gold" bezeichnet wurde. Es soll in Zeiten der Knappheit sogar mit echtem Gold oder Edelsteinen aufgewogen worden sein.

Übrigens: Es gibt Salze, die über Buchenholz, Hickoryholz (aus der Familie der Wallnussgewächse) oder Roterlenholz mehrere Tage lang geräuchert werden. Diese so behandelten Salze werden durch ihren besonders intensiven Rauchgeschmack zu Gewürzsalzen. Die eignen sich besonders für Fisch- und Fleischgerichte, aber auch Salate, Eintöpfe und Grillgerichte profitieren davon. Doch auch ein Gewürzsalz wird nicht zum Gewürz.

Quelle: n-tv.de

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