Fundsache

Fundsache, Nr. 1049 Scheibenzüngler ist auferstanden

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Die letzen drei Exemplare des Frosches wurden in den 1950er Jahren gesichtet.

Jahrzehntelang galt der Winzling als ausgestorben. Nun hat ein Naturschützer ihn im israelischen Chula-Park wiederentdeckt. Das Tier wurde eindeutig als Scheibenzüngler identifiziert.

In Israel ist ein für ausgestorben gehaltener Frosch wieder aufgetaucht. Ein Mitarbeiter des Naturschutzgebiets in der Chula-Ebene im Norden Israels fing ein Exemplar des Israelischen Scheibenzünglers ein und brachte es zur Identifizierung in ein Labor. Naturschützer hatten seit Jahren erfolglos nach dem angeblich ausgestorbenen Frosch gesucht.

Bisher hatten die Forscher angenommen, dass der Frosch vor sechzig Jahren in den Chula-Sümpfen nördlich des See Genezareth ausgestorben war. Diese Froschart war nur in diesem früheren Sumpfgebiet in Ober-Galiläa heimisch und nirgendwo sonst in der Welt gesichtet worden.

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Der Winzling mit brauen Flecken auf dem Rücken und runder Zunge ist nur im Winter aktiv und versteckt sich im Sommer im Gestrüpp.

Anfang der 1940er wurde der Chula-Sumpf im Rahmen eines großangelegten Pionierprojekts trockengelegt, um einer Malariaplage zu begegnen und das Land urbar zu machen. Doch dieses Projekt stellte sich als eine der schlimmsten Umweltsünden Israels heraus: Nicht nur wurde ein wichtiges natürliches Biotop zerstört. Der Moorboden konnte kaum landwirtschaftlich genutzt werden, weil unterirdische Brände ausbrachen.

Vor etwa zwanzig Jahren wurde deshalb das Gebiet erneut geflutet. Seitdem ist es wieder zu einem Tierparadies geworden und ein Landeplatz für Millionen Zugvögel auf dem Weg von Europa nach Afrika. Das heutige Chula-Naturschutzgebiet gilt als einer der wichtigsten Beobachtungsposten für Ornithologen aus aller Welt.

"Er sprang mir entgegen"

Der gefundene Frosch ist 6,3 cm lang und wiegt nur 26,3 Gramm. Er wurde einwandfrei identifiziert. "Ich war immer schon sicher, dass ich dem Frosch begegnen würde. Gestern sprang er mir entgegen. Ich hielt an, sammelte ihn ein und verstand sofort, etwas sehr seltenes in der Hand zu halten", sagte Joram Malka, der den "Rundzungenfroschs mit schwarzer Kehle" entdeckt hatte.

Eine Mitarbeiterin der Naturschutzgesellschaft, Elijah Oron, erklärte: "In der gesamten wissenschaftlichen Literatur gilt dieser Frosch als endgültig ausgestorben." Die letzen drei Exemplare des Frosches seien in den 1950er Jahren gesichtet worden, obgleich "Dutzende Ökologen und Forscher angereist kamen, um nach dem ausgestorbenen Frosch zu suchen". Der wissenschaftliche Name des "bemalten Frosches" aus Chula, so der englische Name, lautet "Discoglossus nigriventer". Wie groß er werden kann, sei unklar, sagte Malka, da viel zu wenige Exemplare gefunden und gemessen wurden.

Quelle: n-tv.de

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