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Mit dem Melkus RS200 sollte das Unternehmen ab 2009 neu belebt werden.
Mit dem Melkus RS200 sollte das Unternehmen ab 2009 neu belebt werden.

Schmiede des "Ost-Ferrari" am Ende: DDR-Legende Melkus ist pleite

Der Melkus RS 1000 war der einzige Rennwagen der DDR. Mit einem exklusiven Flügelflitzer wollte Melkus nach der Wende den Markt aufrollen - nun ist der traditionsreiche Familienbetrieb aus dem Osten insolvent. Ob es trotzdem weitergeht, ist ungewiss.

Von 1969 bis 1979 wurde der RS 1000 in Dresden gebaut - heute steht er im Museum.
Von 1969 bis 1979 wurde der RS 1000 in Dresden gebaut - heute steht er im Museum.(Foto: dpa)

Rückschlag im Autoland Sachsen: Der traditionsreiche Rennwagenbauer Melkus ist insolvent. Das Zehn-Mann-Unternehmen aus Dresden hat beim Amtsgericht Insolvenzantrag eingereicht. Die Umsätze hätten nicht ausgereicht, um sich am Markt durchzusetzen, teilte die Melkus Sportwagen GmbH mit. Das Unternehmen gibt sich dennoch optimistisch: Es sieht Chancen für einen Neustart.

Heinz Melkus hatte 1969 den RS 1000 entwickelt und mit diesem "Ost-Ferrari" die Motorsportfans in der DDR begeistert. Vom RS1000 wurden bis 1980 101 Autos produziert. Der zweisitzige Flügeltürer basierte auf einem Wartburg 353 und brachte es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h. An jene Tradition hatte sein Enkel Sepp Melkus anknüpfen wollen, als er 2006 einen neuen Betrieb gründete. Zunächst wurde eine limitierte Neuauflage des einzigen DDR-Rennwagens mit Straßenzulassung produziert, bevor 2009 die Herstellung des Nachfolgemodells RS 2000 begann.

Melkus habe sich im internationalen Wettbewerb aber nur langsam etablieren können, heißt es nun - offenbar zu langsam: Die Umsätze hätten nicht ausgereicht, um sich am Markt durchzusetzen, teilte das Unternehmen mit. Auch beim RS 2000 handelt es sich um einen Flitzer mit Flügeltüren. Geplant war ursprünglich die Handfertigung von jährlich 25 individuell hergestellten Autos, der angegebene Preis lag bei etwa 115.000 Euro. Eine Fortführung liege "durchaus im Rahmen des Möglichen", deshalb würden weiter Investoren gesucht, hieß es. Nun setzt Melkus auf die Hilfe des künftigen Insolvenzverwalters.

Eine Rennvariante des RS 2000 kommt seit Jahren auch im GT- und Tourenwagensport zum Einsatz. Die Familie schrieb auch ein Stück DDR-Rennsportgeschichte: Heinz Melkus (1928-2005) errang sechs DDR-Meistertitel und dreimal den "Pokal für Frieden und Freundschaft" - das wichtigste Rennen in den früheren Ostblockstaaten. Sohn Ulli Melkus wurde bis zu seinem tödlichen Unfall 1990 fünfmal Meister im Osten Deutschlands.

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Quelle: n-tv.de

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